Ein katholischer Blick auf die heutige Zeit

Das Wesen des Dialogs an der Universität zurückgewinnen

Der Sommerkurs "El hecho religioso en la España actual" (Die Religion im heutigen Spanien) befasst sich auf wissenschaftliche und systematische Weise mit den religiösen Gegebenheiten in der heutigen spanischen Gesellschaft, fernab vom dialektischen Kampf der Ideologien.

Javier Segura

6 de Mai de 2021

Der Sommerkurs "El hecho religioso en la España actual", Zivilgesellschaft, Religiosität und Bildung im heutigen Spanien, befasst sich auf interdisziplinäre Weise mit der historischen Rolle und der rechtlich-politischen, soziologischen und kulturellen Betrachtung der religiösen Tatsache und Erfahrung in Spanien.

Während des akademischen Jahres 2020-2021 haben sich Professoren der Universität Complutense Madrid und einige andere Mitarbeiter der Forschungsabteilung der Europäischen Stiftung Gesellschaft und Bildung auf interdisziplinäre Weise mit der historischen Rolle und der rechtlich-politischen, soziologischen und kulturellen Betrachtung der religiösen Tatsache und Erfahrung in Spanien befasst. Es handelt sich um eine Studie, an der ich während dieser Zeit teilnehmen konnte und von der ich aufrichtig glaube, dass sie eine interessante Bedeutung haben kann.

Ziel ist es, auf wissenschaftliche und systematische Art und Weise, fernab des dialektischen Kampfes der Ideologien, die religiöse Realität in der heutigen spanischen Gesellschaft zu behandeln. Eine strenge Studie, die über ein Jahr lang durchgeführt wurde und dazu beitragen kann, ein stets aktuelles Thema zu erhellen.

Der Sommerkurs, der von der Universität Complutense in El Escorial organisiert wird, ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung dieser Studie. Wie die Organisatoren betonen, "werden auf dieser Tagung die Ergebnisse dieser Forschungslinien im Kontext der Inklusionspolitik der Agenda 2030 und der Bedeutung der Bildung für die Wechselwirkung zwischen der Religiosität des Einzelnen und der Gesellschaft sowie die Auswirkungen dieses Einflusses auf die Schaffung kultureller, staatsbürgerlicher und relationaler Kapazitäten vorgestellt und diskutiert".

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Es stimmt, dass wir ein wenig Abstand nehmen müssen, um einen angemessenen Dialog über diese Themen führen zu können, die, wenn sie in der politischen Arena gestellt werden, schwierig sind und Spannungen erzeugen, aber wenn sie im universitären Umfeld behandelt werden, schaffen sie Räume für den Dialog und den gesunden Kontrast der Gedanken. Und das sollte zweifellos der wahre universitäre Geist sein.

Die Universität als Institution und der universitäre Geist, der sich in denjenigen von uns ausbilden sollte, die durch ihre Klassenzimmer gegangen sind, sollten unserer Gesellschaft Werte wie die aufrichtige Suche nach der Wahrheit, die Achtung vor den Ideen anderer, weil sie ein Zeichen der Achtung vor jedem Menschen und seiner Freiheit ist, die gemeinsame Arbeit und die Suche nach dem Gemeinwohl sowie eine echte Berufung zum Dienst an der Gesellschaft vermitteln.

Wir müssen jedoch feststellen, dass die Universität diese Identität weitgehend verwässert hat und zu einer "Abschlussmaschine" geworden ist, die den Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglicht. Diese Kommerzialisierung des universitären Geistes ist meines Erachtens eine der Ursachen für das schwindende Ansehen und den abnehmenden Einfluss der Universität in der Gesellschaft, der vor allem moralischer und intellektueller Natur sein sollte und nicht einfach an der Effizienz gemessen werden kann.

Eine Erneuerung der Gesellschaft erfordert auch eine Rückkehr der Universität zu ihren Wurzeln als Wiege des Wissens, als "Alma Mater", wie sie einst definiert wurde, als Mutter, die mit ihrem Wissen alle nährt, die an ihrem Leben teilhaben. Diese Art von Kursen bringt den universitären Geist zurück und versetzt uns alle in eine Haltung des respektvollen Zuhörens und des konstruktiven Dialogs, um uns bei dieser Gelegenheit der religiösen Tatsache und ihrem persönlichen und sozialen Wert zu nähern.

In diesem Sinne ist es paradigmatisch und bedeutsam, dass eine Institution, die Universität, die aus der Kirche selbst hervorgegangen ist und eine der reichsten Projektionen der historischen und kulturellen Relevanz des Glaubens darstellt, den Rahmen für diese Reflexion über dieselbe religiöse Tatsache und ihre Bedeutung im heutigen Spanien bildet.

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