Ein katholischer Blick auf die heutige Zeit

In Illo Uno Unum (In Ihm, der der Eine ist, sind wir Eins)

Sie sind viele Menschen und nur ein Mensch; viele Christen und ein Christus: "In Illo Uno Unum". Er ist der einzige Empfänger des göttlichen Segens.

Celso Morga

19 de Mai de 2025

Wappen Papst Leo XIV.
Das Wappen von Papst Leo XIV, inspiriert von Psalm 127

Das Motto des Wappens des Heiligen Vaters Leo XIV.In Illo Uno Unum" (In Ihm, der der Eine ist, sind wir eins) mag uns wie ein lateinisches Rätsel vorkommen. Das Motto ist bekanntlich der Predigt des heiligen Augustinus über Psalm 127 entnommen.

Bei Augustinus sind solche Ausdrücke häufig zu finden. Für einen Bischof ist es wichtig, seine Motto und später, im Falle Leos XIV., als päpstliche Devise zu bestätigen. Er selbst hat zugegeben, dass dieses Motto seine Denk- und Lebensweise als Christ und als Bischof widerspiegelt.

In einem Interview mit den vatikanischen Medien im Juli 2023, zwei Monate vor seiner Ernennung zum Kardinal, erläuterte Robert Francis Prevost die Bedeutung dieses Mottos für sein Leben und sein Wirken. Als Augustiner, sagte er, seien Einheit und Gemeinschaft zentrale Prinzipien seiner Berufung. Um keinen Zweifel an der grundlegenden Bedeutung von Gemeinschaft und Einheit in der Kirche zu haben, braucht man nur das Kapitel 17 des Johannesevangeliums zu lesen und darüber nachzudenken.

Der heilige Augustinus und Psalm 127

Doch wenden wir uns der Quelle zu, der das Motto entnommen ist. Der heilige Augustinus hat eine ausführliche Auslegung des Psalms 127 verfasst. Der heilige Bischof von Hippo betont in seiner Auslegung, wie wichtig es ist, beim Schutz der Stadt und beim Bau des Hauses auf Gott zu zählen. Ohne Gottes Hilfe sind alle menschlichen Bemühungen vergeblich. Es ist ein Hymnus auf die Familie derer, die den Herrn fürchten. Alles hängt von Gottes Hilfe ab, auch die Zukunft der Kinder. Das Wohlergehen der Kinder ist ein göttlicher Segen.  

Augustinus fragt sich aber, ob sich dieser Segen Jahwes nicht auch bei denen erfüllt, die den Herrn nicht fürchten. Es ist offensichtlich, dass es Familien mit Kindern gibt, in denen der Herr nicht gefürchtet wird. Deshalb schlägt Augustinus seinen Gläubigen eine christliche Auslegung des Psalms vor, die auf Christus als die Fülle der Offenbarung blickt. "Lasst uns die geistlichen Dinge mit den geistlichen Dingen verbinden", beginnt die Predigt. Dazu wendet er sich einer theologischen Realität zu, die ihm sehr am Herzen liegt und die er ständig predigt: die Einheit der Gläubigen mit Christus.

Wir bilden einen Leib mit Ihm, und was ist Sein Leib? Seine Kirche, wie der Apostel sagt: "Wir sind Glieder seines Leibes" und "ihr seid der Leib Christi und seine Glieder". Nun gibt es nur einen Menschen, der so mit dem Segen gesegnet ist, auf den sich der Psalm bezieht: es ist Christus.

Nur der fürchtet den Herrn, der zu den Gliedern dieses einen Menschen gehört. Sie sind viele Menschen und ein Mensch allein; viele Christen und ein Christus: "In Illo Uno Unum". Er ist der einzige Empfänger des göttlichen Segens.

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