Ein katholischer Blick auf die heutige Zeit

Die Waffe der Apokalypse

Wenn wir die Apokalypse im heutigen Schlüssel lesen, können wir heute die neuen Bestien und Drachen entdecken, die uns Angst machen, die aber nicht den endgültigen Sieg erringen werden.

Antonio Moreno

14 de Oktober de 2022

heilige teresa

"Ich will keine Traurigkeit und Schwermut in meinem Haus", sagte die heilige Teresa von Jesus zu ihren Nonnen. Am Vorabend ihres Festes frage ich mich, ob es wirklich einen Grund zur Freude gibt in einer Welt, die unter unseren Füßen zu versinken scheint.

Während die größte globale Pandemie seit Jahrzehnten im Rückspiegel zu verschwinden schien und uns das Gefühl gab, dass sie nur ein böser Traum war, überschattet der "Dritte Weltkrieg", wie Papst Franziskus den Konflikt, den die gesamte Menschheit derzeit auf dem Schachbrett der Ukraine ausficht, bereits selbst genannt hat, die Zukunft Europas und der Welt mit dunklen Wolken.

Hinzu kommen die Folgen des Klimawandels mit Rekordtrockenheit und der Gefahr extremer Wetterereignisse, und was können wir in den kommenden Jahren anderes erwarten als Leid aller Art? Werden die kommenden Jahre angesichts der Möglichkeit eines nuklearen Armageddon überhaupt noch existieren, oder wird die Menschheit nur ein unbedeutender Fleck inmitten der Äonen des Lebens auf dem Planeten Erde gewesen sein?

Ich bin sicher, dass der christliche Glaube uns helfen kann, die Hoffnung wiederzuerlangen, indem wir mehr tun, als für ein Ende der Feindseligkeiten und eine Verbesserung des Klimas zu beten - obwohl dies sehr notwendig ist - und die Lösung liegt im Buch der Offenbarung, einem Buch, das so genannt wird, wie es den Gläubigen selbst unbekannt ist.

Denn das letzte Buch der Bibel dient keineswegs dazu, Angst und Schrecken zu verbreiten, wie es einem ungeübten Leser angesichts der darin beschriebenen Visionen erscheinen mag, sondern will die christliche Gemeinschaft, an die es gerichtet ist, ermutigen, trösten und Hoffnung vermitteln. Die schrecklichen Visionen, die er beschreibt, sind keine zu befürchtenden Zukunftsprognosen, sondern metaphorische Anspielungen auf bereits vorhandene Übel, wie die ungeheuerliche Verfolgung des Römischen Reiches zu jener Zeit, die die Gläubigen ermutigen, im Vertrauen auf göttlichen Beistand Widerstand zu leisten. Es ist also kein katastrophistischer Text, sondern hat einen positiven und freudigen Charakter.

Wenn wir die Apokalypse in der heutigen Tonart lesen, können wir heute die neuen Tiere und Drachen entdecken, die uns Angst machen, die aber nicht den endgültigen Sieg erringen werden, weil die mit der Sonne bekleidete Frau (das Bild Marias oder der Kirche) und das geschlachtete Lamm (das Bild Christi) am Ende der Geschichte die Oberhand haben werden. Es ist, kurz gesagt, ein Aufruf, sich trotz aller Sorgen nicht zu fürchten, denn der Schlüssel zu den Ereignissen liegt in Gottes Händen, und nur er kennt den Tag und die Stunde eines jeden Ereignisses.

Es gibt harte Zeiten, wie immer in der Geschichte der Menschheit, aber der Christ stützt sich auf den Geist der Seligpreisungen, der Säule des Evangeliums: Selig sind die Armen, die Trauernden, die Verfolgten... Trotz der Prüfungen dieser Welt können wir schon hier als erste Früchte die Früchte des Himmelreichs erfahren: Freude, Trost, die Hoffnung auf Gerechtigkeit am Ende der Zeiten. Sich geliebt zu wissen und Gott in den Falten der Geschichte zu erkennen, ist ein Grund zur Hoffnung und ein Abwehrmittel gegen die Dämonen der Traurigkeit und Melancholie, die auf uns lauern.

Angesichts der Angst und der Ungewissheit ist es gut, die Hoffnung zu wecken, indem wir mit dem Psalmisten singen: "Der Herr ist mit mir, ich fürchte mich nicht, was kann mir der Mensch tun", und uns noch einmal an die Heilige von Avila wenden, die uns daran erinnert: "Wartet, wartet, denn ihr wisst nicht, wann der Tag oder die Stunde kommt. Seht genau hin, denn alles vergeht schnell, auch wenn euer Wunsch das Gewisse zweifelhaft und die kurze Zeit lang macht. Je mehr du kämpfst, desto mehr zeigst du deine Liebe zu deinem Gott und desto mehr wirst du dich mit deinem Geliebten freuen, mit einer Freude und einem Entzücken, das kein Ende haben kann".

Hoffnung, das ist eine unbesiegbare Waffe. Wörtlich: die Waffe der Apokalypse.

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