Ein katholischer Blick auf die heutige Zeit

Augen und Ohren aufmerken lassen. Dritter Sonntag in der gewöhnlichen Zeit (C)

Joseph Evans kommentiert die Lesungen für den dritten Sonntag im Jahreskreis am 26. Januar 2025.

Joseph Evans

23 de Januar de 2025

Jeder dritte Sonntag der gewöhnlichen Zeit heißt jetzt Wort-Gottes-Sonntageine Initiative von Papst Franziskus, die uns helfen soll, die Bibel mehr zu schätzen. Die heutigen Lesungen helfen uns, darüber nachzudenken.

Die erste Lesung steht in diesem Kontext des Hörens auf das Wort Gottes. Die Israeliten waren in das Gelobte Land zurückgekehrt, nachdem sie jahrelang in einem heidnischen Land im Exil gelebt hatten, ohne Zugang zu Gottes Gesetz zu haben. Esra, der Schriftgelehrte, nahm die heiligen Schriftrollen und versammelte das Volk, um ihnen zuzuhören. Das Volk stand draußen und hörte den Schriftgelehrten zu, die ihnen vom frühen Morgen bis zum Mittag das Gesetz vorlasen und erklärten. 

Stellen Sie sich vor: eine Predigt vom ersten Morgen bis zum Mittag, also etwa fünf oder sechs Stunden lang. Und es wird erzählt, dass das Volk so glücklich war, dass es vor Rührung weinte. Eine lange Predigt heute könnte uns vor Angst weinen lassen!

Aber es könnte uns helfen, darüber nachzudenken, wie gesegnet wir sind, dass wir Gottes Wort in der Bibel und in den Lehren der Kirche haben. Die Bibel ist wie ein Liebesbrief Gottes an uns, oder eine ganze Reihe von Briefen, die über 1000 Jahre hinweg geschrieben wurden. Wie wunderbar, dass Gott bereit ist, zu uns zu sprechen! Jedes Buch der Bibel ist so anders. Jedes Buch ist auf seine Zeit und seinen Kontext zugeschnitten. Gott spricht zu verschiedenen Zeiten zu uns, je nach unseren Bedürfnissen. Manchmal weist das Buch die Menschen zurecht, wenn sie untreu waren, und ruft sie zur Umkehr auf. Manchmal scheint Gott zornig und enttäuscht zu sein. Aber sehr bald vergibt Gott und versucht zu trösten. Manchmal zeigt die Bibel Gott als hart, weil die Menschen ihn brauchten: das, was wir vielleicht als harte Liebe. 

Das heutige Evangelium zeigt uns, wie Jesus das Alte Testament auslegt und das tut, was wir immer tun sollten: seine Botschaft für uns in unserer heutigen Zeit zu würdigen. "Und er fing an, zu ihnen zu sagen: "Heute hat sich diese Schrift erfüllt, die ihr gerade gehört habt.". Er entlehnte einen Text aus dem Propheten Jesaja: "Der Geist des Herrn ist auf mir, denn er hat mich gesalbt....". Das gilt in erster Linie für Jesus, aber in ihm werden wir alle durch den Heiligen Geist in Taufe und Firmung gesalbt. Wann immer wir Gottes Wort in der Heiligen Schrift lesen, besonders in seiner Fülle im Neuen Testament, müssen wir denken: Das erfüllt sich heute in meinem Leben. 

"Die ganze Synagoge hatte ihre Augen auf ihn gerichtet.". Und auch unsere. Unsere Augen sollten auf die Handlungen Christi in der Messe gerichtet sein und unsere Ohren auf seine Worte.

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