Ein katholischer Blick auf die heutige Zeit

Kommentar zu den Lesungen am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel

Andrea Mardegan kommentiert die Lesungen für das Hochfest Mariä Himmelfahrt und Luis Herrera hält eine kurze Videopredigt. 

Andrea Mardegan

11. August 2021

Er begrüßte Isabel. Wie muss die Begrüßung durch Maria ausgesehen haben? Bei der Beschreibung der ersten Momente der Begegnung zwischen den beiden Freundinnen hebt Lukas die Stimme Marias und das Hören und die Stimme Elisabeths hervor. Sobald Elisabeth die Stimme Marias hört, die sie begrüßt, hüpft ihr Kind vor Freude in ihrem Schoß. Aus dem Tonfall der Stimme können wir viele Dinge verstehen. 

Vor allem Frauen wissen, wie man Stimmen liest. Der Klang der Begrüßung mag noch vor dem Blick und der persönlichen Begegnung, vor der Umarmung mit Lächeln und Tränen gekommen sein. Das Haus in Ain Karin, das der Überlieferung nach Zacharias gehörte, ist geräumig und hat einen großen Garten. In Anbetracht seiner gesellschaftlichen Stellung kann man davon ausgehen, dass Zacharias ein großes Haus besaß. Maria betritt das Anwesen und signalisiert ihre Anwesenheit schon von weitem mit einem lauten Gruß. Um Elisabeth, ihre Verwandte und Freundin, sofort zwischen den verschiedenen Zimmern oder im großen Garten zu erreichen, sendet sie ihre unverwechselbare und schöne Stimme. Der lukanische Bericht enthält keine Verben, die darauf hindeuten, dass sie sich gesehen haben oder sich begegnet sind und sich gegenseitig an den Hals geworfen haben. Was überwiegt, ist die Stimme des Grußes Marias und die Stimme Elisabeths, die "mit einem lauten Schrei" antwortet: eine sehr laute Stimme, die der "Mutter meines Herrn" für den Rest ihres Lebens in Erinnerung bleibt.

Welche Worte benutzte Maria bei ihrer Begrüßung? Vielleicht die gleichen Worte, die Gabriel benutzt hatte, die sie beeindruckt und ihr Leben verändert hatten: "!Kaire ElisabethFreut euch, Elisabeth, ich bin es, Maria, ich bin gekommen, ich bin hier im Garten! Oder ähnlich denen, die der auferstandene Jesus an die Jünger richtete: "Ich bin hier!Friede sei mit euch!"Friede sei mit dir, Elisabeth". Schalom! Das ist ein Wunsch für Gesundheit, Glück, Segen und Frieden. Oder persönliche Worte, mit dem Spitznamen oder der liebevollen Verkleinerungsform, die unter ihnen üblich war. Oder einfach der Name von Elisabeth, auf Aramäisch Elischebawas soviel bedeutet wie "Gott ist Vollkommenheit" oder "Gott ist ein Schwur" oder "die, die bei Gott schwört". In der Kultur von Maria und Elisabeth war das Aussprechen des Namens ein Zeichen für die Identität einer Person und bedeutete, dass man eine tiefe Beziehung zu dieser Person einging. Indem Maria den Namen Elisabeths aussprach, dankte sie Gott laut dafür, dass er sein Wort an ihr erfüllt hatte. Gleichzeitig teilte sie ihr in vertrauter Weise mit, dass sie sich der Gnade, die sie erhalten hatte, bereits bewusst war.

Wie war der Ton und die Herzlichkeit dieser Begrüßung? Der Gruß einer jungen Frau mit einer kräftigen und schönen Stimme, die eine Freundin sucht, die sie lange nicht gesehen hat und die nichts von ihrer Ankunft weiß. Eine erwartungsvolle Begrüßung nach einer tagelangen Reise, eine Begrüßung, die in der Phantasie mehrfach vorbereitet wurde. "Wer weiß, wie ihre Überraschung aussehen wird? Er wird denken, dass er mir keine Nachricht von dem Kind geschickt hat, und er wird sich fragen, wie und von wem ich es erfahren habe". Die Erwartung führt zum Warten, das Warten erhöht die Spannung.

Die Predigt über die Lesungen zu Mariä Himmelfahrt

Der Priester Luis Herrera Campo bietet seine nanomiliaeine kurze, einminütige Reflexion zu diesen Lesungen.

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