Ein katholischer Blick auf die heutige Zeit

Lesungen für den Fünften Sonntag im Jahreskreis (B)

Andrea Mardegan kommentiert die Lesungen des 5. Sonntags im Jahreskreis 

Andrea Mardegan

31 de Januar de 2021

Das Markusevangelium ist nach der heute am weitesten verbreiteten Meinung das erste Evangelium, das geschrieben wurde, und geht laut Bischof Papias von Hierapolis (70-130 n. Chr.) in seinem Werk Erklärungen zu den Reden des Herrn auf die Predigt des Petrus in Rom zurück. In einem der wenigen erhaltenen Fragmente heißt es, dass Markus der Dolmetscher des Petrus und sein Jünger war und dass er aufschreibt, was er von Petrus' Bericht über die Taten und Reden des Herrn in Erinnerung hat.

Der heilige Irenäus von Lyon (130-202 n. Chr.) fügte Jahre später hinzu, dass Markus es nach dem Tod des Petrus in Rom geschrieben habe. Wir denken an diese Tradition, wenn wir bei Markus einige Besonderheiten bemerken, die "visuelle" Erinnerungen zu sein scheinen. Zum Beispiel die häufige Verwendung des Adverbs "sofort" (griechisch euzús). In den ersten beiden Versen des heutigen Evangeliums verwendet er ihn zweimal: "Als Jesus die Synagoge verließ, ging Euzus mit Jakobus und Johannes in das Haus von Simon und Andreas" und "Simons Schwiegermutter lag mit Fieber im Bett, und sogleich sprach (Euzus) mit ihm über sie".

In seinem Evangelium sagt er 42 Mal "sofort", während dieses Adverb bei Matthäus 18 Mal, bei Lukas 7 Mal und bei Johannes 6 Mal vorkommt. Mark achtet sehr auf die visuelle Beschreibung der Handlung und die Schnelligkeit der Ereignisse. Er beschreibt Jesus, der, nachdem er den Dämon aus dem Mann ausgetrieben hat, der ihn in der Synagoge plötzlich (euzus) beleidigt hatte, "sofort" das Fieber der Schwiegermutter des Petrus heilt. Er nimmt sie bei der Hand, ohne ein Wort zu sagen: die Kraft der Berührung des Gottessohnes, die zusammen mit seinem ganzen Körper oft der Träger seiner heilenden Kraft sein wird. Als es Abend wurde, konnten sie sich wieder in Bewegung setzen, frei von der Sabbatruhe, und sie brachten die Kranken zu ihm. Jesus heilt und befreit vom Bösen persönlich, einen nach dem anderen, aber sein Handeln ist an alle gerichtet.

Markus unterstreicht mehrfach diese universelle Bestimmung der Aufmerksamkeit Jesu: "alle Kranken", "die ganze Stadt", "er heilte alle, die mit verschiedenen Krankheiten behaftet waren, und trieb viele Dämonen aus", und Simon, der zu ihm sagt: "Sie suchen alle nach dir! Der gesamte Horizont des Herzens Jesu ist größer als der von Simon, der nur die Bewohner seiner Stadt im Blick hat. Markus gibt uns eine Zusammenfassung der Reise Jesu und seines Handelns: Er predigt, er heilt, er betet. Jesus schafft es, für alle da zu sein und gleichzeitig nicht von den Menschenmassen und ihren Forderungen abhängig zu sein, sondern sich Zeit für den Vater zu nehmen. Er geht frühmorgens, noch vor allen anderen, an einen einsamen Ort, um zu beten. Er betet gerne in der Natur und in der Einsamkeit. Auf diese Weise erzieht er diejenigen, die ihm folgen. Und uns.

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