Ein katholischer Blick auf die heutige Zeit

"Ratzingers Theologie ist symphonisch", sagt Pablo Blanco

Der Priester Pablo Blanco, der kürzlich mit dem Ratzinger-Preis 2023 ausgezeichnet wurde, war der Redner beim Omnes Forum am 14. Dezember zum Thema "Benedikt XVI. Vernunft und Glaube".

Loreto Rios

14 de Dezember de 2023

Pablo Blanco während des Omnes-Forums

Am Donnerstag, den 14. Dezember, findet das Omnes Forum "Benedikt XVI. La razón y la fe" mit dem Priester Pablo Blanco statt, der im November dieses Jahres mit dem Ratzinger-Preis 2023. Moderiert wurde das Kolloquium von Juan Manuel Burgos, Präsident der Spanische Vereinigung für Personalismus.

Pablo Blanco ist Professor für Dogmatische Theologie an der Universität Navarra und Mitglied des Redaktionsausschusses, der die Werke des emeritierten Papstes der Universität Navarra in spanischer Sprache herausgibt. BAC Verlag. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher Veröffentlichungen in Verlagen wie BAC, Rialp, Wort, Christentum Editionen, St. Pauls, o Planet.

Das Forum, das im Villanueva-Universitätwurde gefördert von Banco Sabadell und die CARF-Stiftung.

Zunächst ging Professor Blanco auf die Beziehung Joseph Ratzingers zum Glauben ein, "ein roter Faden, der sich durch sein gesamtes Denken zieht", der aber auch ein "eindeutig christlicher" Aspekt sei, da das Christentum nie gezögert habe, mit der Philosophie und den Intellektuellen "in Dialog zu treten". "Vernunft und Religion ist etwas, das in der DNA des Christentums liegt", so Professor Blanco, und diese Beziehung unterscheidet das Christentum von anderen Religionen.

Regensburger Rede

Anschließend analysierte Pablo Blanco eingehend die Ratsibona-Rede, eine der berühmtesten Reden Ratzingers, die zunächst wegen eines Zitats des byzantinischen Kaisers Manuel Palaeologus II. über den Islam für große Kontroversen sorgte.

Professor Blanco erklärte jedoch, dass es sich ursprünglich um einen rein akademischen Diskurs handelte, bei dem "das Ganze für den Teil genommen wurde". Der ursprüngliche Zweck dieser Passage war es, zu erklären, dass die Wahrheit nur vorgeschlagen und nicht aufgezwungen werden kann. "Es war eine friedliche Bekräftigung, aber sie hat eine Spur von Schießpulver in Brand gesetzt", erklärte der Ratzinger-Preisträger.

Logos

Andererseits erklärte Pablo Blanco in Bezug auf das Thema der Vernunft in der westlichen Welt, dass der Logos in Ratzingers Diskurs als schöpferische Vernunft verstanden wird, so dass Vernunft und Liebe innig miteinander verbunden sind. "Mit unserer rationalen Fähigkeit können wir die Natur verstehen und den Logos mit großen Buchstaben erreichen. Durch die geschaffenen Dinge können wir die Welt und Gott erkennen". Professor Blanco wies darauf hin, dass "dies eine Provokation in der deutschen Welt ist".

Außerdem ist "die Verbindung zwischen griechischem Logos und Glauben eine Konstante im Christentum". Im Gegensatz zu den Behauptungen von Adolf Harnack, der dem Christentum vorwarf, hellenisiert bzw. platonisiert worden zu sein, behauptet Ratzinger, dass das Gegenteil der Fall sei: Das Christentum habe den Hellenismus christianisiert.

Habermas

Andererseits hat Pablo Blanco auch die Beziehung zwischen dem Philosophen Jürgen Habermas und Ratzinger untersucht. Habermas wollte eine Brücke zwischen Glaube und Vernunft schlagen, denn obwohl er Atheist war, sah er die Notwendigkeit einer "moralischen Energie", die das Christentum liefern konnte. Glaube und Vernunft können sich gegenseitig "heilen": Die Vernunft kann den Fundamentalismus im Glauben verhindern, und der Glaube kann verhindern, dass die Vernunft zu Situationen wie Auschwitz führt. Nach der Regensburger Rede behauptete Habermas jedoch, Ratzinger sei "anti-modern", weil er seine Rede als Versuch interpretierte, zum Dialog zwischen Glaube und Vernunft des Mittelalters zurückzukehren.

Professor Blanco vertritt jedoch die Auffassung, dass es sich hierbei um ein Versäumnis handelt, Ratzingers Denken in seiner Tiefe zu verstehen, da er den aufklärerischen Begriff der Vernunft revidiert.

Schlussfolgerungen

Schließlich führte die erneute Lektüre der Rede zu einer Verständigung und der Abu-Dhabi-Erklärung zwischen Papst Franziskus und dem Großimam von al-Azhar im Jahr 2019. "Noch nie hat es so viel Dialog zwischen Katholiken und Muslimen gegeben wie nach dieser Rede, und der Dialog geht weiter", sagt Pablo Blanco.

Zum Abschluss seiner Überlegungen sagte der Ratzinger-Preisträger in Anlehnung an Papst Franziskus, die Theologie Ratzingers sei "eine Theologie zum Niederknien und keine Büro- oder Labortheologie (...) Sie ist eine lebendige Theologie. Sie ist symphonisch, alles verbindet sich mit allem".

Am Ende des Kolloquiums konnten die Teilnehmer ihre Fragen an Professor Blanco stellen, und der Direktor von Omnes, Alfonso Riobó, bedankte sich bei allen Teilnehmern für ihre Teilnahme und bei den Sponsoren für ihre Zusammenarbeit.

Ein vollständiger Bericht über das Treffen wird in der nächsten Ausgabe der Zeitschrift Omnes erscheinen.

El milagro de la nieve

El «milagro de la nieve» que hoy recuerda Santa María la Mayor

Teresa Aguado Peña

Papst Mariä Himmelfahrt Jungfrau Castelgandolfo

Der Papst besingt in Mariä Himmelfahrt die Liebe und die Reinheit der Seele.

Redaktion Omnes

Eclipse

María, el eclipse y la ceguera de amor

Antonio Moreno

Merydemaría

MerydeMaria, joyas católicas de una joven emprendedora: «La Virgen María es la protagonista absoluta»

Teresa Aguado Peña

Coronación de la Virgen

El día que el Cielo se quedó sin aliento

Paloma López Campos

Grotte von Massabielle in Lourdes, wo die Muttergottes Bernadette erschienen ist.

Unsere Liebe Frau von Lourdes, Gesundheit der Kranken

Loreto Rios

Was sind die Internationalen Eucharistischen Kongresse?

Loreto Rios

David Rolo: "In Vietnam wissen Nicht-Christen nichts über das Christentum".

Loreto Rios

Frühe Christen

"Frühe Christen", eine Website zur Entdeckung der Wurzeln des Christentums

Loreto Rios

Miguel Ángel Martínez: "Durch die Wissenschaft ist es leicht, Gott zu erreichen".

Loreto Rios