Der Tierschutzdebatte wieder einen Sinn geben

Ediciones Cristiandad hat einen Essay des britischen Philosophen Roger Scruton (1944-2020) veröffentlicht: "Haben Tiere Rechte? Zwischen Recht und Unrecht". Das Buch ist kurz, aber von einer Klarheit, die besonders in einer Zeit geschätzt wird, in der es schwierig zu sein scheint, zwischen einem Chihuahua und einem Sohn zu unterscheiden.

Bild von Paloma López Campos

1. November 2024

3 min de lectura
Tiere

(Unsplash / Jonathan Daniels)

Haben Tiere Rechte? Das ist die Frage, die sich stellt Roger Scruton in einem Test das jetzt auf Spanisch bei Ediciones Cristiandad erschienen ist. Der britische Philosoph vergisst in diesem Werk absichtlich die technischen Details, um eine zugängliche und unglaublich leuchtende Erklärung dieser gegenwärtig so hitzigen Debatte zu geben.

Die Bedeutung von Konzepten

Schon auf den ersten Seiten geht es um den schlüpfrigen Begriff der Rechte. Federico de Montalvo schreibt ein Vorwort, das bereits auf eines der größten Hindernisse des Themas hinweist: "Das Paradoxon des Menschenrechtsdiskurses besteht darin, dass die unkontrollierte Vermehrung neuer Rechte und neuer Rechtsträger eher zu einer seriellen Entwertung der Währung der Menschenrechte beitragen würde, als dass sie die Gesamtdeckung durch die bestehenden Rechte wesentlich bereichern würde".

Auf diese Bedeutung der Pflege von Konzepten weist auch Roger Scruton im Vorwort hin, indem er den Werteverlust anprangert, unter dem wir im Westen leiden: "Die alten Vorstellungen von der Seele, dem freien Willen und dem ewigen Urteil, die die Unterscheidung zwischen Tieren und Menschen so wichtig und so klar machten, haben ihre Autorität verloren und sind nicht durch bessere Ideen ersetzt worden".

Diese Unklarheit will der Autor beseitigen. Aus diesem Grund scheut er sich nicht, Themen wie Tieropfer, Stierkampf, Zoos oder die Jagd zu behandeln und Begriffe zu entwirren, die wir in einem Diskurs, in dem Sentimentalität wichtiger ist als Vernunft oder eine klar definierte Moral, durcheinander gebracht haben.

Haustiere und andere Tiere

Der Leser sollte nicht denken, dass Scruton die Tiere nicht schätzt und dass er auf die Überlegenheit des Menschen fixiert ist. Er weist zwar darauf hin, dass der Mensch in der Tat eine dominante Rolle in der Hierarchie der Natur spielt, aber diese Rolle erfordert auch Verantwortung.

Und auch innerhalb der Tierkategorie selbst gibt es Abstufungen. Ein Löwe ist nicht dasselbe wie der Zwerghund Ihres Nachbarn, ob Sie ihn mögen oder nicht. Ein Hund ist ein Haustier, das von Roger Scruton als "ein Ehrenmitglied der moralischen Gemeinschaft, wenn auch von der Last der Pflichten befreit, die ein solcher Zustand normalerweise erfordert" definiert wird.

Es ist normal und gesund, seine Katze zu mögen. Zu wissen, dass sie dich braucht, um sich zu entwickeln, bedeutet, sich deiner Verantwortung ihr gegenüber bewusst zu werden. Dieser Gedanke ist wichtig, um zu erkennen, dass es nicht ausreicht, Tieren nicht zu schaden und sie in Frieden leben zu lassen. Die Autorin stellt klar: "Wenn Moral nichts anderes wäre als ein Mechanismus zur Minimierung von Leiden, dann würde es ausreichen, unsere Haustiere in einem Zustand des verwöhnten Schlafs zu halten und sie von Zeit zu Zeit mit einem Teller ihrer Lieblingsleckereien zu wecken. Wir haben jedoch eine umfassendere Vorstellung vom Leben der Tiere, die, wenn auch nur entfernt, mit unserer Vorstellung vom menschlichen Glück zusammenhängt".

Klarheit in der Tierschutzdebatte

Kapitel für Kapitel geht Scruton auf die Schlüsselfragen der Tierdebatte ein. Die Diskussion beginnt auf einer philosophischen Ebene und berührt Metaphysik und Moral. Für diejenigen, die ein tieferes Verständnis suchen, bietet der Autor auch Anhänge über Tierhaltung, Jagd und Fischerei sowie ein Glossar philosophischer Begriffe.

Das Beste an dem Buch ist, dass es nicht vergisst, dass Sie Ihren Hund zwar süß finden und es keine Option ist, ihn auf der Straße seinem Schicksal zu überlassen. Aber Ameisen ekeln Sie an und wenn Sie auf der Straße auf eine treten, stört Sie das überhaupt nicht. Das macht Sie nicht zu einem Heuchler, aber es hat eine tiefe Bedeutung, die uns, wenn wir uns gut orientieren, hilft, die Verantwortung zu leben, die wir gegenüber anderen Lebewesen haben.

Ohne Sentimentalität, ohne Extremismus und mit ökologischem Gewissen ist es Roger Scruton gelungen, Licht in eine komplexe Debatte zu bringen, deren Begriffe er in einem kurzen und sehr empfehlenswerten Buch klärt.

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