Ein katholischer Blick auf die heutige Zeit

"Ob groß oder klein, du kannst ein Heiliger sein". Der Papst im Bethlehem-Zentrum

Wir bieten Ihnen ein Zeugnis aus dem Bethlehem-Zentrum in Bratislava der Missionarinnen der Nächstenliebe (Mutter Teresa von Kalkutta), wo der Papst am Montag zu Besuch war. Francis ermutigte die Betreuer, immer zu lächeln.

David Fernández Alonso

14. September 2021

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Foto: ©2021 Catholic News Service / US-Konferenz der katholischen Bischöfe.

Montag, 13. September 2021. Der Heilige Vater Franziskus besucht die Missionare der Nächstenliebe, die im Viertel Petržalka in Bratislava arbeiten. Derzeit arbeiten sechs Nonnen im Bethlehem-Zentrum inmitten der Wohnblocks. Bald wird eine siebte Nonne aus Indien hinzukommen. Unter der Woche betreuen sie etwa dreißig Obdachlose oder Menschen in anderen schwierigen Situationen. Am Wochenende steigt die Zahl auf 130 bis 150. Die Schwestern bereiten für sie Lebensmittelpakete vor und führen Gespräche mit ihnen. 

"Du kannst ein Heiliger sein"

Papst Franziskus begrüßt die Gläubigen und betritt das Erdgeschoss des Gebäudes. Draußen singen die Kinder: "Es ist egal, ob du groß bist, es ist egal, ob du klein bist: Du kannst ein Heiliger sein". Drinnen, abseits der Kameras, ist der Moment des Treffens. In diesen Momenten berichten die Fernsehsender über das Leben und die Arbeit von Mutter Teresa, die ihr erstes Haus in Kalkutta genau zu der Zeit eröffnete, als in der Slowakei die Zwangsauflösung von Orden und Kongregationen stattfand (1950). In der Slowakei ging das kommunistische Regime in den späten 1980er Jahren davon aus, dass alle Nonnen bald aussterben und der Prozess der Atheisierung weitergehen würde. Dies geschah unter anderem dank der illegalen Zulassung von Ordensmännern und -frauen zum geweihten Leben nicht. 1987 kam Mutter Teresa in die Slowakei, wo sie ihr Haus errichten wollte, aber damals, als ihre Schwestern bereits in Kuba oder in der Sowjetunion tätig waren, durfte sie den Schwächsten in der Tschechoslowakei nicht helfen.

Was geht hinter den verschlossenen Türen des Bethlehem-Zentrums vor sich? Der Papst trifft sich mit den Menschen, die in dem Zentrum betreut werden, und mit den Nonnen. "Er legte seine Hand auf meinen Kopf und segnete mich. Ich wünschte ihm gute Gesundheit", erzählt Juan von seinem Erlebnis. Joseph fühlt sich immer noch von den Worten des Heiligen Vaters angezogen. "Er sagte zu uns: 'Schaut mich an! Und wir sahen ihn alle an..., aber wir verstanden nicht, was er meinte. Er deutete auf sein Lächeln. Er wollte uns sagen, dass wir trotz der Schmerzen und des Leids ein Lächeln auf den Lippen behalten sollen. José gab auch ein Fernsehinterview. "Als ich darüber sprach, was ich durchlebte, als mein Vater starb, mein Bruder... Ich sah, wie dem Kameramann die Tränen in die Augen stiegen", fügte er gerührt hinzu. 

"Ich habe Durst"

Eine polnische Nonne von der Kongregation der Missionare der Nächstenliebe, die seit mehreren Jahren in der Slowakei arbeitet, führte mich durch die Räume, in denen sich der Heilige Vater aufhielt. "Wissen Sie, es ist nicht so, dass wir diesen Besuch so sehr gebraucht hätten, aber für Menschen, die von der Welt als Nobodys betrachtet werden, bedeutet er eine Menge. Wir haben über die Situation in der Slowakei vor 1989 gesprochen und darüber, wie der heilige Pater Pio 50 Jahre lang sichtbare Stigmata hatte und die heilige Mutter Teresa die Stigmata einer erzwungenen Leere, der Einsamkeit, des Stigmas des gekreuzigten Christus am Kreuz, der schrie: "Mich dürstet!", ebenfalls 50 Jahre lang erlebte. 

In der Gemeinschaft der Missionare der Nächstenliebe in Petržalka gibt es keine Slowaken, aber während des Besuchs des Heiligen Vaters war eine Slowakin unter ihnen: die Ärztin Maria Sládkovičová, die den Ordensnamen Johannes Maria trägt. Während des kommunistischen Regimes schmuggelte sie religiöse Literatur ein und beteiligte sich an der geheimen Kirche. Sie lernte Mutter Teresa bei ihrem Besuch in der Slowakei im Mai 1990 kennen und wurde später eine ihrer Schwestern. Viele Jahre lang widmete sie sich den an AIDS erkrankten Kindern. Heute macht sie die Erfahrung, dass eine schwere Krankheit in ihr Leben getreten ist. Sie saß in einem Rollstuhl. Papst Franziskus richtete ein besonderes Wort an sie...

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