{"id":14452,"date":"2021-08-14T00:40:00","date_gmt":"2021-08-13T23:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=14452"},"modified":"2022-08-31T10:57:02","modified_gmt":"2022-08-31T09:57:02","slug":"eine-spirituelle-schlagader-durch-osterreich-die-jakobswege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/it\/eine-spirituelle-schlagader-durch-osterreich-die-jakobswege\/","title":{"rendered":"Eine spirituelle Schlagader durch \u00d6sterreich (die Jakobswege)"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine gut beschriebene und markierte Pilgerroute zieht sich \u00fcber fast 800 Kilometer vom \u00e4u\u00dfersten Osten (Wolfsthal) bis zum \u00e4u\u00dfersten Westen (Feldkirch) durch \u00d6sterreich.&nbsp;In diesen Hauptast des Jakobswegs m\u00fcnden \u2013 wie die Ver\u00e4stelung feiner Adern \u2013 die einzelnen Zubringer. Dazu geh\u00f6ren der Jakobsweg Burgenland, in den zuvor eine Variante des ungarischen Jakobsweges gelangt. Aus dem Norden kommt der Jakobsweg Weinviertel. Aus B\u00f6hmen erreicht man \u00fcber den Jakobsweg Oberes M\u00fchlviertel und aus Bayern den Hauptast. Aus dem S\u00fcden m\u00fcndet bei Innsbruck der s\u00fcd\u00f6sterreichische Jakobsweg, der zuvor Graz, Slowenien, K\u00e4rnten, Osttirol und S\u00fcdtirol ber\u00fchrt hat, ein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"710\" src=\"https:\/\/teal-beaver-472417.hostingersite.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Imagen-1-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-14560\" srcset=\"https:\/\/staging.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Imagen-1-2.png 945w, https:\/\/staging.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Imagen-1-2-700x526.png 700w, https:\/\/staging.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Imagen-1-2-300x225.png 300w, https:\/\/staging.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Imagen-1-2-768x577.png 768w, https:\/\/staging.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Imagen-1-2-600x451.png 600w\" sizes=\"(max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><figcaption>Bild 1: Stift G\u00f6ttweig<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie komme ich zur Aussage, dass es sich um eine spirituelle Ader handelt? Ich meine damit gar nicht die Wirkungen, die ein Pilgerweg in Bezug auf Stille, Kontemplation und Nachsinnen \u00fcber das eigene Leben in jedem Wanderer entfaltet, selbst wenn er (noch) nicht zu den Glaubenden geh\u00f6rt. Gemeint sind vielmehr die Perlen des Weges, n\u00e4mlich viele der ber\u00fchmtesten und herausragendsten Heiligt\u00fcmer \u00d6sterreichs. Ich z\u00e4hle sie nur beispielsweise auf, denn ihre Zahl ist sehr gro\u00df. Den ersten H\u00f6hepunkt des Weges stellt der Stephansdom in Wien dar, der immer wieder auch als \u00f6sterreichisches Nationalheiligtum bezeichnet wird. Der Pilger oder die Pilgerin besuchen anschlie\u00dfend eine Auswahl der sch\u00f6nsten Kl\u00f6ster \u00d6sterreichs, wie G\u00f6ttweig und Herzogenburg in Nieder\u00f6sterreich, St. Florian und Lambach in Ober\u00f6sterreich oder Fiecht und Stams in Tirol. Diese Kl\u00f6ster und andere geistliche H\u00e4user stellen Pilgern gerne auch ihre Pilgerzimmer zur Verf\u00fcgung. Immer wieder gelangt man zu beeindruckenden Wallfahrtsorten, ich nenne hier- wieder nur beispielsweise \u2013 Maria Taferl in Nieder\u00f6sterreich, Maria Plain in Salzburg oder den Georgenberg in Tirol.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus bem\u00fchen sich viele Gemeinden, den durchziehenden Jakobspilgern anhand von Bildtafeln wertvolle Gedanken mit auf den Weg zu geben. Ich nenne als Beispiel den Wegabschnitt von Gnadenwald nach Hall in Tirol mit mehreren wundersch\u00f6nen Gedanken und Sinnspr\u00fcchen. Einer davon sei hier angef\u00fchrt, weil er ermutigen k\u00f6nnte, sich auf den Jakobsweg zu begeben: \u201eGl\u00fccklich die hungern und d\u00fcrsten nach einem sinnerf\u00fcllten Leben, ihr Hunger und Durst wird gestillt werden. Wenn Sie immer das tun, was sie immer schon getan haben, werden sie immer das bekommen, was Sie immer schon bekommen haben\u201c (Paul Watzlawick). Soweit zu den spirituellen Aspekten, die keinen Wanderer auf diesem Jakobsweg v\u00f6llig unber\u00fchrt lassen werden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beschreibung des \u00f6sterreichischen Jakobswegs w\u00e4re aber mehr als unvollst\u00e4ndig, wenn ich nicht auch \u00fcber die Sch\u00f6nheiten der Landschaften ins Schw\u00e4rmen k\u00e4me: Es beginnt bei den Donauauen bei Hainburg, f\u00fchrt durch die Kaiserstadt Wien \u00fcber den Wienerwald und inmitten des Weltkulturerbes Wachau der Donau aufw\u00e4rts nach Linz. Nach Durchschreiten des lieblichen ober\u00f6sterreichischen H\u00fcgellandes gelangt man zu einer der sch\u00f6nsten St\u00e4dte der Welt, Salzburg. Nach einer Durchquerung des bayrischen Rupertiwinkels geht es entlang des eindrucksvollen Gebirges des Wilden Kaisers ins Inntal. Einmal rechts, einmal links oberhalb der betriebsamen Talsohle wandert der Pilger und die Pilgerin flussaufw\u00e4rts. Nahezu im Stundentakt trifft er oder sie auf beschauliche Kapellen, prachtvolle Kirchen, Burgen und Schl\u00f6sser sowie sehenswerte D\u00f6rfer und St\u00e4dte. Das sogenannte \u201eHeilige Land Tirol\u201c wird seinem Ruf gerecht, weil so viele Wallfahrtsorte durchwandert werden, die den Pilgernden ihre eindrucksvolle Geschichte erz\u00e4hlen. Hoch oben \u00fcber dem Pilgerweg gr\u00fc\u00dfen die hohen Berge Tirols. Wenn der Inn zu seinem Ursprung Richtung Schweiz abbiegt, gilt es mit dem Arlberg den einzigen namhaften Pass des \u00f6sterreichischen Jakobswegs zu \u00fcberwinden, sofern man nicht f\u00fcr diese Etappe auf \u00f6ffentliche Verkehrsmittel umsteigt. Zuletzt f\u00fchrt der Pilgerweg noch durch die liebliche Voralpenlandschaft Vorarlbergs, ehe man in Feldkirch die Grenze Richtung Liechtenstein oder Schweiz \u00fcberschreitet.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"945\" height=\"633\" src=\"https:\/\/teal-beaver-472417.hostingersite.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Imagen-2-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-14562\" srcset=\"https:\/\/staging.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Imagen-2-1.jpg 945w, https:\/\/staging.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Imagen-2-1-700x469.jpg 700w, https:\/\/staging.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Imagen-2-1-300x201.jpg 300w, https:\/\/staging.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Imagen-2-1-768x514.jpg 768w, https:\/\/staging.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Imagen-2-1-600x402.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><figcaption>Bild 2: Oberinntal<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin den \u00f6sterreichischen Jakobsweg von Ost nach West zu verschiedenen Zeiten gegangen. Durch Nieder\u00f6sterreich pilgerte ich in der Hitze des Fr\u00fchsommers. Das Inntal durchschritt ich zweimal, das erste Mal im M\u00e4rz bei meinem Weg von Salzburg nach Santiago de Compostella \u00fcber insgesamt drei Monate. Der Arlberg war zu dieser Zeit noch tief verschneit und von Lawinengefahr bedroht. Mit Hilfe von Tourenschiern, die ich bei einer anderen Gelegenheit dort deponiert hatte, konnte ich diesen Pass aber gut \u00fcberwinden. Das zweite Mal wanderte ich in Tirol im Mai und war begeistert \u00fcber die Farbenpracht und landschaftliche Sch\u00f6nheit. Denn w\u00e4hrend auf den Bergen noch die Firnfelder in der Sonne glei\u00dften, bl\u00fchten im Tal die Blumen und B\u00fcsche in ihrer \u00fcppigen Pracht. Von meinem ersten Jakobsweg \u2013 gleich nach meiner Pensionierung &#8211; kenne ich aber auch die Via Jacobi in der Schweiz, die Via Gebennensis und die Via Podiensis in Frankreich, den Camino Norte und Primitivo in Spanien. Vor etwa zwei Jahren lernte ich auch noch den Camino Frances in Spanien kennen. Meine Erlebnisse und Eindr\u00fccke aus meinen Jakobswegen habe ich in B\u00fcchern festgehalten. Im Vergleich der verschiedenen Jakobswege darf ich behaupten, dass der \u00f6sterreichische Jakobsweg an Attraktivit\u00e4t und Sch\u00f6nheit gegen\u00fcber den noch ber\u00fchmteren Geschwistern keinesfalls zur\u00fcckbleibt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer einmal den Jakobsweg gegangen ist, hat dabei \u2013 auch unter Ber\u00fccksichtigung dabei erlebter Strapazen und Entbehrungen \u2013 so viel an landschaftlicher Sch\u00f6nheit gesehen und spiritueller Tiefe erlebt, dass die Sehnsucht, sich wieder auf den Weg zu begeben, im Herzen bleibt. Geweckt wird diese Sehnsucht vor allem immer dann, wenn man in seiner unmittelbaren Heimat, wie bei mir in Salzburg \u2013 auf einen Wegweiser oder ein Hinweisschild zum Jakobsweg trifft. Dabei wird einem bewusst, dass es, von diesem Ort ausgehend, einen gut beschilderten Weg gibt, der \u00fcber tausende Kilometer unmittelbar zum Grab des Hl.&nbsp;Jakobus in Santiago de Compostella f\u00fchrt. Ultreia!<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine gut beschriebene und markierte Pilgerroute zieht sich \u00fcber fast 800 Kilometer vom \u00e4u\u00dfersten Osten (Wolfsthal) bis zum \u00e4u\u00dfersten Westen (Feldkirch) durch \u00d6sterreich.&nbsp;In diesen Hauptast des Jakobswegs m\u00fcnden \u2013 wie die Ver\u00e4stelung feiner Adern \u2013 die einzelnen Zubringer. Dazu geh\u00f6ren der Jakobsweg Burgenland, in den zuvor eine Variante des ungarischen Jakobsweges gelangt. 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