{"id":17427,"date":"2021-12-17T12:33:54","date_gmt":"2021-12-17T11:33:54","guid":{"rendered":"https:\/\/omnesmag.com\/?p=17427"},"modified":"2021-12-26T17:42:01","modified_gmt":"2021-12-26T16:42:01","slug":"leib-liebe-lust-wohin-fuhrt-die-trennung-von-natur-und-person","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/en\/leib-liebe-lust-wohin-fuhrt-die-trennung-von-natur-und-person\/","title":{"rendered":"Leib &#8211; Liebe &#8211; Lust. Wohin f\u00fchrt die Trennung von Natur und Person?"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Der neue Mensch ohne Natur?<\/h4>\n\n\n\n<p>Leib &#8211; Liebe &#8211; Lust &#8211; was w\u00e4re sch\u00f6ner? Und doch finden gerade darum \u201eungeheuerliche Kriege statt in Zusammenhang mit (kleinen) Fragen der Theologie, Erdbeben der Erregung (.\u2026). Es handelt sich nur um Fingerbreite, aber die Breite eines Fingers ist alles, wenn das Ganze in der Waagschale liegt. Wenn man eine Idee abschw\u00e4cht, wird gleich die andere machtvoll.\u201c (Chesterton)<\/p>\n\n\n\n<p>Um welche Ideen geht es? Um die Natur des Menschen. Ist der Mensch ein Cham\u00e4leon, das sich selbst auswechseln kann? In \u00e4lterer Sprache hei\u00dft er ein \u201eFremdling\u201c, der sich mit sich selbst nicht so recht auskennt. Nicht einmal mit seinem Leib.<\/p>\n\n\n\n<p>J\u00fcngst nach dem Synodalen Weg Anfang Oktober 2021 meldete sich ein Kardinal (\u00fcbersetzt: eine T\u00fcrangel) zu Wort: Aussagen \u00fcber den Menschen geh\u00f6rten zur \u201eDispositionsmasse\u201c des Christentums. Sie seien nicht \u201ede fide definita\u201c, \u00fcber den Glauben definiert, sondern ver\u00e4nderbar. Also eine neue Ethik?<\/p>\n\n\n\n<p>Ethik kommt von ethos, dem Weidezaun. Muss der bisherige Weidezaun zur Sexualit\u00e4t neu abgesteckt werden? Die erstaunlichen Aussagen in Forum IV \u00fcber die Geschlechtlichkeit wollen den Zaun \u00fcberhaupt aufmachen; eigentlich k\u00f6nnte ihn jeder abstecken. Brauchen wir ihn \u00fcberhaupt noch? Von weiteren zwei Rednern, darunter einem Bischof, wurde diese \u201eneue\u201c Sexualethik klar begr\u00fc\u00dft: Endlich sei der Durchbruch geschafft: In der Liebe gelte nur die Person mit ihrer individuellen Freiheit. Die Natur = der Leib, das Geschlecht, die Anlage&nbsp; sind bestenfalls Vorschl\u00e4ge, die man aber \u00fcberreden, \u00e4ndern kann. Hei\u00dft das nun: Der Leib ist nur Rohmasse meines Willens? Erstaunlich: Natur und Bio sind neuerdings in aller Munde, sie sollen geschont, wieder aufgep\u00e4ppelt, nur nicht vom Menschen ver\u00e4ndert werden. Gentechnik? Nein, danke. Aber bei uns selbst soll Natur ausgespielt haben? Also leib-lose Liebe? Un-nat\u00fcrliche Liebe? Nein, so war&#8217;s nicht gemeint, h\u00f6rt man gleich. Aber wie dann? Schauen wir uns das Schauspiel der Irrungen und Wirrungen an.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorsicht: \u201eDie Verblendung des Geistes ist die erstgeborene Tochter der Unzucht.\u201c So Thomas von Aquin. Der angeblich revolution\u00e4re Gedanke ist eine Verblendung: die Trennung von Natur und Person. Das ist keinesfalls so neu oder postmodern, es ist im Gegenteil schon lange formuliert. Auch seine Abwege sind sichtbar, und sie sind auch schon lange in der Kritik. Und sie sind widerspr\u00fcchlich.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><em>Mensch aus lauter&nbsp; Freiheit?<\/em><em><\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>\u201eEs ist die Natur des Menschen, keine Natur zu haben.\u201c Seit knapp 600 Jahren gibt es die ber\u00fchmte Oratio de hominis dignitate (1486) Picos della Mirandola darin: Gott selbst gibt Adam (der \u00fcbrigens ohne Eva antritt) die Freiheit g\u00e4nzlicher Selbstbestimmung. W\u00e4hrend alle Gesch\u00f6pfe ihre eigene Wirklichkeit als g\u00f6ttliches Gesetz in sich tragen, ist der Mensch als einziger gesetzlos geschaffen. In die Mitte der Welt gesetzt hat Adam zugleich die unbedingte Macht \u00fcber sich selbst wie \u00fcber alles andere Mitgeschaffene. Noch unerschrocken formuliert dies ein Machen, Haben, Unterwerfen der gesamten Sch\u00f6pfung unter die Ordnung des einen Herrengesch\u00f6pfes. Es \u00fcbernimmt auftragsgem\u00e4\u00df als \u201ezweiter Gott\u201d die Allmacht. Dieser \u201eGott, mit menschlichem Fleische umkleidet\u201c<sup>[1]<\/sup>, wird sein eigener Sch\u00f6pfer.<\/p>\n\n\n\n<p>Picos Entwurf menschlicher (= m\u00e4nnlicher) Freiheit hat allerdings die R\u00fcckseite solcher Kraftsteigerung nicht im Auge; bleibt g\u00e4nzlich naiv.<\/p>\n\n\n\n<p>Erstaunlich ist freilich, da\u00df umgekehrt trotz des Freiheitsrausches der Mensch von der Naturwissenschaft und Technik in die Zange genommen wurde.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Andererseits: Natur als Maschine? Der \u201evermessene Mensch\u201c<\/h4>\n\n\n\n<p>Die behauptete Macht erstreckte sich zun\u00e4chst auf die \u00e4u\u00dfere Natur (fabrica mundi): auf r\u00e4umliche, materielle, den neuentdeckten Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten unterworfene Dinge, um \u201euns so zum Herren und Besitzer der Natur machen.\u201c<sup>[2]<\/sup> Heute k\u00e4mpfen wir mit den Folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus diesem \u201eHerrschaftswissen\u201c entsprang rasch eine zweite M\u00f6glichkeit: Auch die \u201e\u00e4u\u00dfere\u201c Seite des Menschen selbst wurde mit den gewonnenen Methoden verrechnet \u2013 bildhaft und noch \u201eunschuldig\u201c durch den \u201evermessenen\u201c Menschen Leonardos und D\u00fcrers, auf dessen K\u00f6rper die Ma\u00dfe des goldenen Schnitts eingetragen sind.<sup>[3]<\/sup> Als res extensa wird der K\u00f6rper im Triumphzug des geometrisch-mathematischen Denkens schlie\u00dflich dem Regelkreislauf einer Maschine verglichen \u2013 l\u2019homme machine von La Mettrie&nbsp; (1748). Der Menschmaschine fehlte nur das seelenvolle Auge, so in E. T. A. Hoffmanns Menschenpuppe Coppelia. Auch hier k\u00e4mpfen wir mit den Folgen, einem Transhumanismus, der Vermischung von Mensch und Roboter. Freiheit hei\u00dft hier wohl: sich mit Chips und Ersatzteilen aufr\u00fcsten zu lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich fa\u00dft die Neuzeit seit etwa 500 Jahren die Natur als eine Art mechanischer Werkstatt auf, und auch der Mensch funktionierte als eine Naturmaschine unter anderen Naturmaschinen. Die Neurobiologie als neueste Disziplin verst\u00e4rkt in einigen Vertretern die sehr schlichte Behauptung: Denken sei nichts als die Verschaltung von Gehirnsynapsen. Auch der Einwand, wenn alles determiniert sei, gelte das doch zuallererst f\u00fcr den Forscher selbst, st\u00f6rt dabei nicht. \u00c4hnlich der Satz eines Nobelpreistr\u00e4gers f\u00fcr Chemie, der Mensch sei nichts als Chemie. Hier h\u00e4tte die Freiheit v\u00f6llig abgedankt.<\/p>\n\n\n\n<p>Stattdessen triumphiert sie aber wieder umgekehrt im Aufstand gegen das eigene Geschlecht. Einem Zerrbild der Natur entspricht ein Zerrbild der Freiheit.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Freiheit: Der denaturierte Mensch<\/h4>\n\n\n\n<p>Seit Judith Butlers \u201eGender Trouble\u201c 1990 zielt die Kultur auf einen erstaunlichen Extrempol: eine Umgestaltung bis Aufl\u00f6sung des K\u00f6rpers im Cyberspace, im virtuellen oder auch realen medizinisch-technischen Raum. Schon die Unterscheidung von Leib und K\u00f6rper kann als Leitfaden f\u00fcr das Spannungsfeld dienen, denn die beiden deutschen Begriffe weisen bereits auf eine verschiedene Ich-Wahrnehmung hin. So wird K\u00f6rper vorwiegend verstanden als quantitativ-mechanische H\u00fclle, w\u00e4hrend Leib den immer schon beseelten, lebendigen Leib meint. K\u00f6rper kann man entsprechend ver\u00e4ndern, bearbeiten, sogar (in Teilen) austauschen \u2013 sich also von seiner vorgefundenen \u201eNatur\u201c unabh\u00e4ngig machen.\u201eMy body is my art.\u201c K\u00f6rper wird Ort des Protestes gegen eine nicht autonom erstellte Identit\u00e4t. Utopien der flie\u00dfenden Identit\u00e4t meinen den totalen Selbstentwurf des \u201eIch\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Geschlechtsleben wird \u00abinszeniert\u00bb, das Ich tr\u00e4gt die jeweilige geschlechtliche Maske &#8211; mit der Folge, dass \u201ediese Maske gar kein Ich verbirgt\u201c (Benhabib, 1993, 15). gender nauting ist angesagt: das Navigieren zwischen den Geschlechtern. Der Mensch ist seine eigene Software, jenseits von Leib und Geschlecht angesiedelt. In diese Richtung weist die gender-Debatte: Sie l\u00e4\u00dft das biologische Geschlecht (sex) im zugeschriebenen (kulturellen, sozialen, geschichtlichen) Geschlecht (gender) verschwinden. Statt Festlegung durch Natur wird willentliche Selbstwahl angeboten: Ist Frau immer schon Frau oder wer \u201emacht\u201c Frau zu Frau und Mann zu Mann? Widerstandslos, ja nichtig bietet sich der Leib als \u201evorgeschlechtlicher K\u00f6rper\u201c an. Das Ich kennt keine Fleischwerdung.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun braucht es einen roten Faden durch diese Widerspr\u00fcche. Er hei\u00dft: keine Trennung von Natur, Kultur und Person. Einfacher: keine Trennung von Leib und Geschlecht, von Liebe und Dauer, von Lust und Kindern.<\/p>\n\n\n\n<p>So braucht es eine Kritik der halbierten, auf Mechanik reduzierten Natur, aber ebenso der halbierten, auf reine Konstruktivit\u00e4t hin gelesenen Kultur.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mensch ist vielmehr anderswo verankert: in der Richtung auf das G\u00f6ttliche. Die menschliche Natur und erst recht die Kultur lebt \u201eauf hin\u201c. Die Gr\u00f6\u00dfe der Natur ist, da\u00df&nbsp; sie eigentlich nascitura hei\u00dft: die, die geboren werden will. Gerade die Natur sucht die freie Mitwirkung des Menschen an seinem \u201eauf hin\u201c: da\u00df er seine Ausrichtung bejaht und vollzieht. Auf den Ursprung hin ist das Gesch\u00f6pf geschaffen, es tr\u00e4gt sein Merkmal, seine Heimat ist dort, woher es kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das l\u00e4\u00dft sich schon am Motor des Geschlechtes lesen: Es ist Selbstverlust im anderen, es ist fleischgewordene Grammatik der Liebe. Leib ist Gabe, Geschlecht ist Gabe, ist Grund und Ur-Sprung des von uns nicht Machbaren, der Passion des Menschseins, der ungeheure Trieb nach Hingabe. Reich an dieser Zweiheit von Mann und Frau und arm durch sie \u2013 uns selbst nicht gen\u00fcgend, abh\u00e4ngig von der Zuwendung des anderen, hoffend auf die L\u00f6sung durch den anderen, die aus dem Raum des G\u00f6ttlichen kommt und in ihrer h\u00f6chsten, fruchtbaren Form dorthin zur\u00fcckleitet (Gen 1,27f). Was im griechischen Denken ein \u201eFehl\u201c ist: die mangelnde Einheit, wird im biblischen Denken zum Gl\u00fcck der Zweiheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Geschlecht kann ja auch von seinem Wortsinn als \u201eGeschlachtetsein\u201c oder H\u00e4lftigsein her gelesen werden. Die Brutalit\u00e4t des Nur-Geschlechts, der \u201eFlu\u00df-Gott des Bluts (&#8230;) ach, von welchem Unkenntlichen triefend\u201c (Rilke, 1980, 449), mu\u00df daher vermenschlicht werden. Leib ist ohne ein reizvolles, anderes Gegen\u00fcber schwer zu denken. Aber weder \u201eNatur\u201c (Biologie) noch \u201eKultur\u201c (Selbstentwurf) sind von sich aus \u201eheil\u201c. Daher ist es entscheidend, den g\u00f6ttlichen Horizont zu kennen, die Weisungen zu kennen, die von ihm kommen. Erst dann kann man \u201esittlich handeln\u201c, das hei\u00dft, \u201eder Ordnung des Seins in Freiheit entsprechen\u201c (Thomas von Aquin).<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Spannungsfeld Natur und Kultur<\/h4>\n\n\n\n<p>Der Gedanke der Selbstgestaltung des Menschen ist an sich weder sachlich falsch noch moralisch b\u00f6se. Er gr\u00fcndet in der merkw\u00fcrdigen \u2013 auszeichnenden wie gef\u00e4hrlichen \u2013 Tatsache, dass der Mensch unter den anderen Lebewesen tats\u00e4chlich eine Sonderstellung einnimmt, auch im Blick auf sein Geschlecht. Positiv: Er hat zwar keine Reiz-Reaktions-Sicherheit wie ein Tier, daf\u00fcr aber Freiheit vom Instinkt, damit Freiheit zur Welt und zu sich &#8211; und: volles Risiko der Fremd- und Selbstgef\u00e4hrdung. Freiheit bildet zugleich die sch\u00f6pferische Flanke: zur Gestaltung von Welt und Mensch. Der Menschen ist eine spannungsreiche Wirklichkeit, ausgespannt zwischen gegebener \u201eNatur\u201c und dem Gegenpol der Ver\u00e4nderung: einem Werden, einem Futur, der \u201eKultur\u201c. \u201eWerde, der du bist\u201c, formuliert der orphische Spruch, aber was so einfach klingt, ist das Abenteuer eines ganzen Lebens. Abenteuer, weil es weder eine \u201egu\u00dfeiserne\u201c Natur noch eine beliebige \u201eKultur\u201c gibt, sondern beide in lebendiger Beziehung stehen: zwischen Grenze der Gestalt (dem \u201eGl\u00fcck der Gestalt\u201c) und Kultur (\u201edem Gl\u00fcck des Neuwerdens\u201c).<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Tier hat sein Geschlecht und mu\u00df es nicht gestalten; daher ist seine naturhaft gesicherte Sexualit\u00e4t frei von Scham und funktional eindeutig auf Nachkommenschaft gerichtet. Ein Mensch ist und hat seine Geschlechtlichkeit und mu\u00df sie gestalten: Sie ist nicht einfach naturhaft gesichert, vielmehr kulturell bestimmt und schambesetzt wegen des m\u00f6glichen Mi\u00dflingens; au\u00dferdem ist sie nicht notwendig an Nachkommenschaft gebunden. In der Geschlechtlichkeit tut sich ein Freiraum f\u00fcr Gl\u00fccken und Mi\u00dflingen auf, auf dem Boden der unausweichlichen Spannung von Trieb (naturhafter Notwendigkeit) und Selbst (der Freiheit). Fleischwerdung im eigenen K\u00f6rper, seine Anverwandlung in den eigenen Leib, \u201eGastfreundschaft\u201c (hospitalit\u00e9, Levinas) gegen\u00fcber dem anderen Geschlecht sind die Stichworte. Es steht nicht um Rebellion, Neutralisierung, Nivellierung und \u201eVerachtung\u201c der Vorgabe.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher ist das zweifache Geschlecht einer kulturellen Bearbeitung nicht nur zug\u00e4nglich, sondern sogar darauf angewiesen. Nur: Geschlechtlichkeit ist zu kultivieren, aber als Vorgabe der Natur (was k\u00f6nnte sonst gestaltet werden?). Kultivieren meint: weder sich ihr zu unterwerfen noch sie auszuschalten. Beides l\u00e4\u00dft sich an den zwei unterschiedlichen Zielen der Geschlechtlichkeit zeigen: der erotischen Erf\u00fcllung im anderen und der generativen Erf\u00fcllung im Kind, wozu allemal zwei verschiedene Geschlechter vorauszusetzen sind. Zur erotischen Rechtfertigung des Menschen geh\u00f6rt das Kind (vgl. Fellmann, 2005). Und auch das Kind selbst ist wiederum kein Neutrum, sondern tritt als \u201eErf\u00fcllung\u201c des Liebesaktes selbst in das zweiheitliche Dasein.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">So wird Natur = nascitura: offen zur Freiheit<\/h4>\n\n\n\n<p>Anstelle einer verzerrten Natur also: Natur ist Vorgabe und meint zugleich nascitura: ein Werden, eine Entfaltung der Anlage. Dahinter bleibt die heutige Mechanisierung der Natur weit zur\u00fcck, dahinter bleibt auch die Konstruktion weit zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMit der Verleugnung der Natur im Menschen wird nicht blo\u00df das Telos des eigenen Lebens verwirrt und undurchsichtig. In dem Augenblick, in dem der Mensch das Bewu\u00dftsein seiner selbst als Natur sich abschneidet, werden alle Zwecke, f\u00fcr die er sich am Leben erh\u00e4lt, (&#8230;) nichtig.\u201c<sup>[4]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWas die Neuzeit Natur nennt, ist im letzten Bestand eine halbe Wirklichkeit. Was sie Kultur nennt, ist bei aller Gr\u00f6\u00dfe etwas D\u00e4monisch-Zerrissenes, worin der Sinn immer mit dem Unsinn gepaart ist; das Schaffen mit der Zerst\u00f6rung; die Fruchtbarkeit mit dem Sterben; das Edle mit dem Gemeinen. Und eine ganze Technik des Vorbeisehens, des Verschleierns und Abblendens hat entwickelt werden m\u00fcssen, damit der Mensch die L\u00fcge und die Furchtbarkeit dieses Zustandes ertrage.\u201c<sup>[5]<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Also heraus aus der L\u00fcge.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><em>Was ist Person? Ein Doppeltes<\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>Person meint ein Doppeltes &#8211; in sich stehen und sich \u00fcbersteigen, auf hin. \u201e\u201aPerson\u2019 bedeutet, da\u00df ich in meinem Selbstsein letztlich von keiner anderen Instanz besessen werden kann, sondern mir geh\u00f6re (&#8230;), Selbstzweck bin.\u201c (Guardini, 1939, 94) In sich stehen betont, da\u00df ich mir urspr\u00fcnglich und unableitbar selbst geh\u00f6re.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch ist Personsein nicht stumpfer Selbstbesitz. Augustinus sprach von einer Selbstgeh\u00f6rigkeit, einer anima in se curvata, die in sich selbst abst\u00fcrzt.<sup>[6]<\/sup> Vielmehr: Ich erwache in Begegnung mit einem anderem Ich, das sich auch selbst geh\u00f6rt und doch auf mich zugeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst in der Begegnung kommt es zu einer Bew\u00e4hrung des Eigenen, zur Aktualisierung des Ich, insbesondere in der Liebe. \u201eWer liebt, geht immerfort in die Freiheit hin\u00fcber; in die Freiheit von seiner eigentlichen Fessel, n\u00e4mlich von sich selbst.\u201c (Guardini, 1939, 99) Daher kommt in die Selbstgeh\u00f6rigkeit durch den anderen eine entscheidende, ja schicksalhafte Dynamik. Sie ergibt sich aus der konstitutiven Spannung vom Ich zum Du: im \u00dcbersteigen, Sich-Mitteilen, auch in der Leiblichkeit, immer auch in der Spannung zu Gott. In solcher Dynamik entf\u00e4llt eine Selbstbewahrung, die das neutrale Subjekt-Objekt-Verh\u00e4ltnis schirmt,&nbsp; wie ein Sten auf einen Stein trifft, und es beginnt ein Sich-Aussetzen: Person wird auf Person resonant und von ihr her ins Antwortlose preisgegeben oder auch ins Unersch\u00f6pfliche ge\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><em>Hingabe an die Andersheit des anderen<\/em><\/h4>\n\n\n\n<p>Im Christlichen verliert die Selbstgeh\u00f6rigkeit nicht ihre erstrangige Stelle, vielmehr l\u00e4\u00dft sie sich \u00fcberzeugender begr\u00fcnden: \u201eHin\u00fcbergehen\u201c \u00fcber sich, sich \u00f6ffnen kann die Person n\u00e4mlich, weil sie sich immer schon geh\u00f6rt. Diese These mu\u00df vertieft werden, ist damit doch ein entscheidendes Kennzeichen der Moderne, die Autonomie, herausgefordert.<\/p>\n\n\n\n<p>Personsein ist, christlich gesehen, die Zuspitzung eines untersch\u00e4tzten oder sogar geleugneten \u201eExistentials\u201c: Beziehung ist die Aktivierung der Selbstgeh\u00f6rigkeit. \u201eDer Mensch (ist) kein Wesen, das geschlossen in sich st\u00fcnde. Er existiert vielmehr so, da\u00df er \u00fcber sich hinausgeht. Dieser Hinausgang geschieht schon immerfort innerhalb der Welt, in den verschiedenen Beziehungen zu Dingen, Ideen und Menschen (&#8230;); eigentlicherweise geschieht er \u00fcber die Welt hinaus auf Gott zu.\u201c (Guardini 1939, 124)<\/p>\n\n\n\n<p>Weshalb aber werde damit Ich selbst nicht au\u00dfer Kraft gesetzt? Weil auch das Gegen\u00fcber Person, also ebenso unter Selbstand und Hinausgehen \u00fcber sich selbst zu denken ist. Dazu sind aber wesentlich nicht nur zwei Menschen, sondern zwei Geschlechter vonn\u00f6ten \u2013 als gegenseitige unergr\u00fcndliche Fremdheit, unergr\u00fcndliche Entzogenheit, bis ins Leibliche , bis ins Seelische, bis ins Geistige hinein; gerade in der Geschlechtsliebe, die den Leib des anderen erf\u00e4hrt, geschieht das Transzendieren in die Andersheit des anderen Geschlechtes und nicht nur ein narzi\u00dftisches Sich-Selbst-Begegnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Erst im anderen Geschlecht ist wirkliche Andersheit, von mir nicht zu vereinnahmende, nicht mich selbst zur\u00fcckspiegelnde wahrzunehmen: Frau als bleibendes Geheimnis f\u00fcr den Mann. Wer diesem zutiefst Anderen ausweicht, weicht dem Leben aus.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnte \u00fcber alle Morallehren hinweg, die doch nicht greifen, die alte Genesis-Vision heute erneuert werden, da\u00df in der Zumutung der beiden Geschlechter sich doch am Grund der Begegnung die g\u00f6ttliche Dynamik abspielt, das unerh\u00f6rte Leben Gottes selber das Spiel der Geschlechter hervorruft, es als Bild f\u00fcr das alle Bilder Sprengende geschaffen hat? Und da\u00df von daher das Sich-Einlassen auf das fremde Geschlecht die g\u00f6ttliche Spannung ausdr\u00fcckt?<\/p>\n\n\n\n<p>Nochmal das Doppelte in der Person: Selbstbesitz (Souver\u00e4nit\u00e4t) und Hingabe schlie\u00dfen sich gerade nicht aus \u2013 weder in der g\u00f6ttlich-trinitarischen Beziehung noch in der menschlichen Liebe. Liebe ist Selbstverlust und Selbstgewinn in einem. Nicht ist der Mann Selbstand und die Frau Hingabe, wie eine Verzeichnung lautet. Im Menschlichen geben nicht zwei H\u00e4lften ein Ganzes, sondern zwei Ganze ein Ganzes. Jedes Geschlecht ist erstrangig von der Person getragen und von ihr ein Leben lang zu durchformen. Heutige Kultur neigt dazu, Selbstand zur Autonomie und Hingabe zur Preisgabe abzuf\u00e4lschen. Preisgabe wird sie, wo sie den anderen, die andere nur als Sexobjekt oder in einer \u201eRolle\u201c, nicht aber als Person, leibhaftig, sieht. Nicht zuf\u00e4llig geh\u00f6ren im Deutschen die W\u00f6rter Leib, Leben, Liebe zum selben Wortstamm. Wer den Leib zu einer \u201eZuschreibung\u201c, zum Selbstgenu\u00df im anderen macht, unterbestimmt das Leben. Leben l\u00e4\u00dft den Menschen in sich gr\u00fcnden, treibt ihn aber zugleich immer \u00fcber sich hinaus: dem anderen Geschlecht zu. Und die \u00e4u\u00dferste Provokation des biblischen Denkens geht sogar durch den Tod hindurch \u2013 in einen neuen Leib. Auferstehung des Leibes, meines Leibes, also als Mann oder Frau, ist die Botschaft der Freude.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Letzter Schritt: Caro cardo<\/h4>\n\n\n\n<p>Deswegen ist die Fleischwerdung Gottes die gro\u00dfe Herausforderung &#8211; kann Gott \u00fcberhaupt Leib und Geschlecht annehmen? Ja, er ist Mann geworden, geboren von einer Frau. W\u00e4re das&nbsp; Ohr nicht so abgestumpft, w\u00e4re das eine Explosion. Der Sohn Gottes und Marias ist entgegen allen Idealisierungen leibloser G\u00f6ttlichkeit die eigentliche Unterscheidung von anderen religi\u00f6sen Traditionen, sogar vom Judentum. caro cardo \u2013 Fleisch ist der Angelpunkt. Damit kommt der Leib in ein neues, unersch\u00f6pfliches Licht (vgl. Henry, 2000) \u2013 bis zur leibhaften Auferstehung zu todlosem Leben. Auch Kirche ist als Leib gesehen, das Verh\u00e4ltnis Christi zur Kirche ist br\u00e4utlich-erotisch (Eph 5,25), und die Ehe wird zum Sakrament: zum Zeichen der Gegenwart Gottes in den Liebenden. Auch zu dieser Gegenwart im Ehesakrament mu\u00df das Geschlecht erzogen werden, aber nicht um seiner Z\u00e4hmung oder sogar Brechung willen, sondern wegen seiner wirklichen und wirksamen Ekstase. Freilich: Das Gl\u00fccken einer Ehe kann durch das Sakrament nicht garantiert werden, aber christlich angeben lassen sich die Elemente, unter denen die schwierige Balance gelingen kann: Du allein &#8211; Du f\u00fcr immer &#8211; von Dir ein Kind. Das ist kein naiver Naturbegriff mehr, sondern die sch\u00f6pferische \u00dcberf\u00fchrung von Natur in kultivierte, angenommene, endliche Natur. Nie wird nur primitive Natur durch Christentum (und Judentum) verherrlicht: Sie ist vielmehr selbst in den Raum des G\u00f6ttlichen zu heben, mu\u00df dort geheilt werden. Auch der Eros wird in den Bereich des Heiligen gestellt: im Sakrament. Auch Zeugung und Geburt werden in den Bereich des Heiligen gestellt: Sie sind paradiesisch verliehene Gaben (Gen 1,28). \u201eGeschlecht ist Feier des Lebens.\u201c (Thomas Mann)<\/p>\n\n\n\n<p>Die wirkliche menschliche Natur des Gottmenschen l\u00f6st die leidvolle menschliche Natur. Ihm zu folgen meint, die versehrte menschliche Natur in seinen Radius stellen, sich vollenden lassen, wo wir nur wechselnde Neigungen haben. Wo es angeblich keine allgemeine Natur des Menschen gibt, sondern nur \u201cFreiheit\u00bb, gibt es nur Entscheidungen von irgendjemand zu irgendetwas, aber keine grunds\u00e4tzliche Befreiung&nbsp;unserer Natur. Die Fleischwerdung Jesu w\u00e4re dann \u00fcberfl\u00fcssig, auch sein Tod, auch seine Auferstehung. Immer vollziehen sie sich im Fleisch, warum? Simchat thora, Dein Gesetz ist meine Freude: das Gesetz meines Leibes, meines Lebens, meiner Lust, das der Sch\u00f6pfer auf den Leib geschrieben hat. Nicht der freie Wille erl\u00f6st uns, sondern Seine Vorgabe.<\/p>\n\n\n\n<p>Leib &#8211; Liebe &#8211; Lust: Alle drei Bausteine gr\u00fcnden in der Natur, werden geformt in Kultur, werden sch\u00f6n und menschlich in der personalen Beziehung: Ich meine Dich allein &#8211; f\u00fcr immer &#8211; freue mich auf unser Kind. Das ist die Antwort, die wir einander geben und die wir von dem Geliebten h\u00f6ren wollen. Aber diese Antwort wird \u00fcberdreht, wenn sie nicht auf unsere Natur gegr\u00fcndet, nicht hoffnungsvoll geben wird in der Hoffnung auf g\u00f6ttliche Hilfe. Leiblos &#8211; lieblos &#8211; lustlos sind heute schon Erfahrungen einer Cyberwelt: Sie bietet unentwegt Lust an, virtuell ohne Leib, real ohne einen wirklichen Anderen oder mit wechselnden Anderen,&nbsp; oder mit Vinyl-Sexpuppen, virtuell ohne Kinder: nur in Abwehr und Verh\u00fctung. Liebe, die keine Dauer will, Lust, die mir selbst gilt, Leib, den ich selber schnitze\u2026: lauter Bruchst\u00fccke eines Ganzen, das den Sinn zerbricht.<\/p>\n\n\n\n<p>Halten wir uns an das Ganze. Nochmals Chesterton: \u201eEs ist leicht verr\u00fcckt zu sein; leicht, ein H\u00e4retiker zu sein. Es ist immer leicht, die Welt \u00fcberhandnehmen zu lassen: schwierig ist, selbst die Vorhand zu behalten. Es ist immer leicht, Modernist zu sein, wie es leicht ist, ein Snob zu sein. In irgendeine dieser offenen Fallen des Irrtums und der \u00dcbertretung zu geraten, die eine Modestr\u00f6mung und Sekte nach der andern dem Christentum auf seinen geschichtlichen Weg gelegt hatten &#8211; das w\u00e4re in der Tat leicht gewesen. (\u2026)&nbsp; Sie alle vermieden zu haben, ist ein wirbelndes Abenteuer; und in meiner Vision fliegt der himmlische Wagen donnernd durch die Jahrhunderte &#8211; die langweiligen H\u00e4resien straucheln und fallen der L\u00e4nge nach zu Boden, die wilde Wahrheit aber h\u00e4lt sich schwankend aufrecht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Benhabib, S., 1993: Feminismus und Postmoderne. Ein prek\u00e4res B\u00fcndnis, in: Dies.\/J. Butler\/D. Cornell\/N. Frazer, Der Streit um Differenz. Feminismus und Postmoderne in der Gegenwart, Frankfurt.<\/p>\n\n\n\n<p>Butler, J., 1991: Das Unbehagen der Geschlechter, Frankfurt.<\/p>\n\n\n\n<p>Butler, J., 1997: K\u00f6rper von Gewicht. Die diskursiven Grenzen des Geschlechts, Frankfurt.<\/p>\n\n\n\n<p>Fellmann, F., 2005: \u201eDas Paar\u201c. Eine erotische Rechtfertigung des Menschen, Berlin.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerl-Falkovitz, H.-B., <sup>3<\/sup>1995: Die bekannte Unbekannte. Frauen-Bilder aus der Kultur- und Geistesgeschichte, Mainz.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerl-Falkovitz, H.-B., 2001a: Eros \u2013 Gl\u00fcck \u2013 Tod und andere Versuche im christlichen Denken, Gr\u00e4felfing.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerl-Falkovitz, H.-B., 2001b: Zwischen Somatismus und Leibferne. Zur Kritik der Gender-Forschung, in: IKZ Communio 3, 225 \u2013 237.<\/p>\n\n\n\n<p>Guardini, R., 1939: Welt und Person. Versuche zur christlichen Lehre vom Menschen, W\u00fcrzburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Henry, M., 2002: Inkarnation. F\u00fcr eine Philosophie des Fleisches, \u00fcbers. v. R. K\u00fchn, Freiburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Irigaray, L., 1982: Passions \u00e9l\u00e9mentaires, Paris.<\/p>\n\n\n\n<p>Irigaray, L., 1991: Ethik der sexuellen Differenz (1984), Frankfurt.<\/p>\n\n\n\n<p>Levinas, E., 1980: Die Zeit und der andere, dt. v. Ludwig Wenzler, Freiburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Maximus Confessor, 1961: All-Eins zu Christus, hg. u. \u00fcbers. v. E. v. Ivanka, Einsiedeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Pauwels, A., 2004: Gender Inclusive Language: Gender-Aspekte der Globalisierung der englischen Sprache. Vortrag im Gender-Kompetenz-Zentrum der HU Berlin vom 16. April 2004.<\/p>\n\n\n\n<p>Rilke, R. M., 1980: Die dritte Duineser Elegie, in: Werke, Frankfurt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sampson, Ph. J., 1996: Die Repr\u00e4sentationen des K\u00f6rpers, in: Kunstforum International 132. Die Zukunft des K\u00f6rpers I, Ruppichteroth, 94 &#8211; 111.<\/p>\n\n\n\n<p>Stoller, S. \/ Vasterling, V. \/ Fisher, L. (eds.), 2005: Feministische Ph\u00e4nomenologie und Hermeneutik, Reihe: Orbis Phaenomenologicus, Perspektiven NF 9, W\u00fcrzburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Schumacher, M. M. (ed.), 2004: Women in Christ. Towards a New Feminism, Grand Rapids.<\/p>\n\n\n\n<p>Ulrich, F., 1973: Der N\u00e4chste und Fernste \u2013 oder: Er in Dir und Mir. Zur Philosophie der Intersubjektivit\u00e4t, in: Theologie und Philosophie 3, 317 \u2013 350.<\/p>\n\n\n\n<p>Vasterling, V., 2005: Zur Bedeutung von Heideggers ontologischer Hermeneutik f\u00fcr die feministische Philosophie, in: Stoller S. u. a., 2005, 67 \u2013 95.<\/p>\n\n\n\n<p>Vinken, B., 2004: Stigmata. Poetik der K\u00f6rperinschrift, M\u00fcnchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weil, S., 1993: Cahiers. Aufzeichnungen, \u00fcbers. v. E. Edl \/ W. Matz. M\u00fcnchen, II.<\/p>\n\n\n\n<p>Young, I. M., 2004: On Female Body Experience, New York.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><sup>[1]<\/sup> \u00dcber die W\u00fcrde des Menschen, \u00fcbers. v. H. W. R\u00fcssel, Amsterdam 1940, 49f.<\/p>\n\n\n\n<p><sup>[2]<\/sup> Ren\u00e9 Descartes, Discours de la m\u00e9thode, 6.<\/p>\n\n\n\n<p><sup>[3]<\/sup> Vgl. den doppelsinnigen Titel: Sigrid Braunfels u. a., Der \u201evermessene Mensch\u201c. Anthropometrie in Kunst und Wissenschaft, M\u00fcnchen 1973.<\/p>\n\n\n\n<p><sup>[4]<\/sup> Theodor W. Adorno, Dialektik der Aufkl\u00e4rung, Frankfurt 1971, 51.<\/p>\n\n\n\n<p><sup>[5]<\/sup> Romano Guardini, Der Mensch. Umri\u00df einer christlichen Anthropologie, (unver\u00f6fftl.), Archiv Kath. Akademie M\u00fcnchen, Typoskript S. 45.<\/p>\n\n\n\n<p><sup>[6]<\/sup> Romano Guardini hat in diesem Kontext auf die Gefahr der Selbsterziehung aufmerksam gemacht; vgl. Guardini: Der religi\u00f6se Gehorsam (1916), in: ders., Auf dem Wege. Versuche, Mainz 1923,&nbsp; 15f, Anm. 2.: \u201eEs widerspricht katholischem Geiste, viel von Pers\u00f6nlichkeit, Selbsterziehung usw. zu reden. Dadurch wird der Mensch best\u00e4ndig auf sich selbst zur\u00fcckgeworfen; er gravitiert in sein eigenes Ich und verliert eben dadurch den befreienden Blick auf Gott. Die beste Erziehung ist, sich zu vergessen und auf Gott zu schauen, denn \u2018wird\u2019 und \u2018w\u00e4chst\u2019 der Mensch in der g\u00f6ttlichen Atmosph\u00e4re. [&#8230;] Nichts zerst\u00f6rt die Seele so tief wie die Ethistik. Was sie beherrschen und erf\u00fcllen soll, sind die g\u00f6ttlichen Tatsachen, Gottes Wirklichkeit, die Wahrheit. Darin geschieht, was aller Erziehung Anfang und Ende ist, das Herausheben aus dem eigenen Selbst.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der neue Mensch ohne Natur? Leib &#8211; Liebe &#8211; Lust &#8211; was w\u00e4re sch\u00f6ner? Und doch finden gerade darum \u201eungeheuerliche Kriege statt in Zusammenhang mit (kleinen) Fragen der Theologie, Erdbeben der Erregung (.\u2026). 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