{"id":43577,"date":"2024-12-07T07:00:00","date_gmt":"2024-12-07T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/?p=43577"},"modified":"2025-08-07T12:05:41","modified_gmt":"2025-08-07T10:05:41","slug":"zusammenfassung-der-finanziellen-lage-des-vatikans","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/actualidad\/resumen-situacion-financiera-vaticano\/","title":{"rendered":"Stand der finanziellen Situation des Vatikans"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Ernennung eines einzigen Verwalters f\u00fcr den Vatikanischen Pensionsfonds in der Person von Kardinal Kevin J. Farrell setzt Papst Franziskus seinen Weg zur Reform der Finanzen des Vatikans fort. Es handelt sich um einen Weg, der nun einen Generationswechsel durchl\u00e4uft und der auf jeden Fall alle Finanzorgane des Vatikans einbezogen hat, um eine neue Struktur zu schaffen, die nun Fr\u00fcchte tragen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Kardinal George Pell 2014 auf einer gut besuchten Pressekonferenz die gro\u00dfe Wirtschaftsreform des Vatikans erl\u00e4uterte, stellte er einige grundlegende Prinzipien vor.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Grunds\u00e4tze f\u00fcr die Reform<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erstens: Der Vatikan war nicht bankrott, sondern es war notwendig, die Ressourcen zu rationalisieren, sie vielleicht zu zentralisieren (damals sprach man von \"Vatican Asset Management\"), damit alle mehr und besser verdienen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens war die Rentenreform notwendig, nicht weil die Rentenkasse verschuldet war, sondern weil sie mit den strukturellen Problemen aller Staaten der Welt konfrontiert war, d.h. es w\u00fcrde mehr und l\u00e4nger Rentner geben, so dass die neuen Generationen die Kasse ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr h\u00e4tten tragen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Drittens diente die Reform dazu, eine st\u00e4rkere Kontrolle zu gew\u00e4hrleisten, die internationalen Verpflichtungen einzuhalten und die Mittelverwaltung besser zu steuern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies waren drei g\u00fcltige Grunds\u00e4tze, die an die besondere Situation des Vatikans angepasst werden mussten, wo die Haushalte jahrelang eher eine handwerkliche als eine professionelle Angelegenheit waren. Die <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/actualidad\/el-ior-un-dificil-itinerario-hacia-la-transparencia\/\">IOR <\/a>(die Vatikanbank) f\u00fchrte Mitte der 1990er Jahre nach einer Reform ihrer Statuten eine externe Rechnungspr\u00fcfung ein. Die APSA (Verwaltung der G\u00fcter des Heiligen Stuhls) kontrollierte mehrere Unternehmen in der Schweiz, Frankreich und England, die erst sp\u00e4ter rationalisiert wurden. Der Staat Vatikanstadt verf\u00fcgte \u00fcber einen eigenen Haushalt, die Oblaten des Heiligen Petrus hingegen nicht, obwohl die Spenden immer f\u00fcr die Mission des Papstes verwendet wurden, wozu auch die Deckung der Defizite der Kurie geh\u00f6rte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Licht und Schatten im Haushalt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt jetzt einen \u00f6ffentlichen Haushalt des Heiligen Stuhls, einen \u00f6ffentlichen Haushalt der Verwaltung des Verm\u00f6gens des Apostolischen Stuhls (der \"Zentralbank\" des Vatikans), einen \u00f6ffentlichen Haushalt des Instituts f\u00fcr die Werke der Religion (der so genannten \"Vatikanbank\"), die vatikanische Anti-Geldw\u00e4sche-Beh\u00f6rde - jetzt Finanzinformations- und Aufsichtsbeh\u00f6rde genannt - ver\u00f6ffentlicht einen Jahresbericht. Der Haushalt des Staates Vatikanstadt wurde jedoch seit Jahren nicht mehr ver\u00f6ffentlicht, und auch die Bilanz des Vatikanischen Pensionsfonds wurde nie ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was k\u00f6nnen wir aus diesen Haushaltspl\u00e4nen ableiten? Was die IOR betrifft, so ist ein drastischer R\u00fcckgang der Gewinne zu verzeichnen. Im letzten Bericht des IOR wurde ein Nettogewinn von 30,6 Millionen Euro ausgewiesen, von denen 13,6 Millionen Euro f\u00fcr religi\u00f6se und wohlt\u00e4tige Zwecke verwendet wurden, w\u00e4hrend 3,2 Millionen Euro an verschiedene Wohlt\u00e4tigkeitsorganisationen gespendet wurden. Im Jahr 2022 lag der Gewinn bei 29,6 Millionen Euro. Diese Zahlen sind jedoch weit entfernt von dem im Jahr 2012 gemeldeten Gewinn von 86,6 Millionen. Seitdem ist er mit kleinen Steigerungen r\u00fcckl\u00e4ufig: 2013 verzeichnete das IOR einen Gewinn von 66,9 Millionen; 2014 waren es 69,3 Millionen; 2015 fiel er sogar auf 16,1 Millionen. Im Jahr 2016 lag er wieder bei 33 Millionen, 2017 blieb er mit 31,9 Millionen Euro ziemlich konstant, w\u00e4hrend 2018 der Gewinn 17,5 Millionen betrug.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Lage der IOR<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 2019 stieg der Gewinn wieder auf 38 Millionen Euro und im Jahr 2020 sank er aufgrund der COVID-Krise auf 36,4 Millionen Euro. Aber im ersten Jahr nach der Pandemie, einem Jahr 2021, das noch nicht vom Krieg in der Ukraine betroffen war, kehren wir mit einem Gewinn von nur 18,1 Millionen Euro zu einem negativen Trend zur\u00fcck, und erst 2022 erreichen wir wieder die 30-Millionen-Grenze.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dem Ma\u00dfe, in dem die Gewinne sinken, sinkt auch der Beitrag der IOR an die r\u00f6mische Kurie f\u00fcr deren Unterst\u00fctzung. Der Haushalt der Kurie von etwa 200 Millionen Euro ist ein \"Missionshaushalt\" und besteht fast ausschlie\u00dflich aus Ausgaben, w\u00e4hrend die Einnahmen haupts\u00e4chlich aus Spenden stammen. Die Kurie verkauft in der Tat keine Dienstleistungen, sondern steht im Dienst des Heiligen Vaters.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt keine aktuellen Daten \u00fcber den Haushalt des Staates Vatikanstadt, der auf jeden Fall einen starken \u00dcberschuss dank des Verkaufs von Eintrittskarten in den Vatikanischen Museen verzeichnete, der in den zwei Jahren der Pandemie stark zur\u00fcckgegangen war. Es gibt jedoch Daten \u00fcber den Haushalt der APSA, die im Juli ver\u00f6ffentlicht wurden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Mangel an Transparenz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die APSA fungiert nicht nur als \"Zentralbank des Vatikans\", sondern auch als Staatsfonds, da sie f\u00fcr die gesamte Verwaltung des Verm\u00f6gens des Vatikans zust\u00e4ndig ist. In diesem Jahr hat sie einen Gewinn von 45,9 Millionen Euro erzielt, der durch eine bessere Verwaltung der Anlagen erreicht wurde. Aber es ist ein Haushalt, den man im Helldunkel lesen muss. Die in den Medien kursierenden Nachrichten sprechen von Leasingvertr\u00e4gen mit externen Unternehmen, und es ist sogar von einem Verkauf von Annona die Rede, dem Supermarkt des Vatikans, der in Konzession an eine italienische Supermarktkette \u00fcbergeben werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurzum, es besteht ein starkes Bed\u00fcrfnis nach Profit. Papst Franziskus forderte die Kardin\u00e4le schriftlich auf, Ressourcen zu rationieren, k\u00fcrzte ihre Geh\u00e4lter um 10 Prozent, schrieb vor, dass selbst die Diensth\u00e4user zu Marktpreisen angemietet werden m\u00fcssen, und setzte zu Beginn seines Pontifikats eine Rotationsblockade durch. Das waren harte Ma\u00dfnahmen, die das vatikanische System, das bis dahin weitgehend auf ressort\u00fcbergreifender Zusammenarbeit unter Koordination des Staatssekretariats beruhte, auf den Pr\u00fcfstand stellten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt eine neue Investitionspolitik, die in der Website \"....\" beschrieben wird.<a href=\"https:\/\/social.conferenciaepiscopal.es\/documentos\/accioncaritativa\/mesuram-bonam-principios-y-criterios-para-el-mundo-de-las-finanzas\/\">Mensuram Bonam<\/a>\" aber es besteht auch die Notwendigkeit, Ressourcen zu finden. Es bleibt zu verstehen, wie der Heilige Stuhl, der sich vor zehn Jahren nicht in einer so schwierigen wirtschaftlichen Lage befand, wie Kardinal Pell zugab, heute gezwungen ist, sich einer so heiklen wirtschaftlichen Situation zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Neue Manager<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Wirtschaftsreformen einen Schritt nach vorne und einen Schritt zur\u00fcck gemacht haben, gibt es eine ganz neue Generation von Mitarbeitern, die in die vatikanischen Finanzen einsteigen. Der Pr\u00e4sident der APSA ist Erzbischof Giordano Piccinotti, der die Welt der Finanzen gut kennt, da er Verwalter der Salesianer-Stiftungen in der Schweiz war. Kardinal Christoph Schonborn ist der neue Pr\u00e4sident des IOR, w\u00e4hrend der Pr\u00e4sident des Oberkirchenrats, Jean-Baptiste de Franssu, trotz seiner zwei Amtszeiten im Amt bleibt. Die Beh\u00f6rde zur Bek\u00e4mpfung der Geldw\u00e4sche steuert auf einen \u00dcbergang, vielleicht sogar auf eine Pr\u00e4sidentschaft zu, wie die j\u00fcngste Ernennung von Federico Antellini Russo in der noch nie dagewesenen Doppelfunktion als Direktor und Vizepr\u00e4sident der Beh\u00f6rde beweist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann ist da noch die vatikanische Pensionskasse. Kardinal Farrell wurde zum alleinigen Verwalter ernannt, mit dem Ziel, eine Reform zur Beseitigung des Defizits durchzusetzen. Das Schreckensszenario ist jedoch, dass die Rentenzahlungen ausgesetzt werden, bis die Haushalte in Ordnung sind, wie es schlie\u00dflich in Argentinien w\u00e4hrend der Wirtschaftskrise Anfang der 2000er Jahre geschah.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sicher ist, dass die Finanzen des Vatikans eine lange Reformphase durchlaufen haben, in der externe Berater hinzugezogen wurden, um Umstrukturierungspl\u00e4ne zu entwerfen. Vielleicht hatte die Entscheidung, alles zu \u00e4ndern, bevor man das Erreichte bewertet hat, Konsequenzen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Con el nombramiento de un administrador \u00fanico para el Fondo de Pensiones del Vaticano, en la persona del Cardenal Kevin J. Farrell, el Papa Francisco contin\u00faa su camino hacia la reforma de las finanzas del Vaticano. Es un camino que hoy vive un relevo generacional y que, en cualquier caso, ha implicado a todos los [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1166,"featured_media":43581,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pmpro_default_level":"","footnotes":""},"categories":[36,51],"tags":[751],"class_list":["post-43577","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-actualidad","category-vaticano","tag-finanzas-de-la-santa-sede","pmpro-has-access"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43577","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1166"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=43577"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/43577\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/43581"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=43577"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=43577"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=43577"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}