{"id":42217,"date":"2024-10-06T06:00:00","date_gmt":"2024-10-06T04:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/?p=42217"},"modified":"2024-10-03T15:57:23","modified_gmt":"2024-10-03T13:57:23","slug":"heiliger-bruno-grunder-des-kartauserordens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/actualidad\/san-bruno-fundador-orden-cartujos\/","title":{"rendered":"St. Bruno, Gr\u00fcnder des Kart\u00e4userordens"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Sonntag, den 9. Oktober 2011, besuchte Benedikt XVI. das Kart\u00e4userkloster Serra San Bruno; sein Vorg\u00e4nger Johannes Paul II. war bereits am 5. Oktober 1984 dort gewesen. Der Name dieser Stadt in der italienischen Provinz Ancona in der Region Marken geht auf den Heiligen Bruno zur\u00fcck, der das Kloster im Jahr 1091 gr\u00fcndete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend seines Besuchs verwies Benedikt XVI. auf das kontemplative Leben: \"Die kirchliche Gemeinschaft braucht eine innere Kraft, jene Kraft, an die Pater Prior soeben erinnert hat, indem er den Ausdruck 'captus ab Uno' zitierte, der sich auf den heiligen Bruno bezieht: 'gehalten von dem Einen', von Gott, 'Unus potens per omnia', wie wir im Hymnus der Vesper gesungen haben. Der Dienst der Seelsorger sch\u00f6pft aus den kontemplativen Gemeinschaften einen geistlichen Saft, der von Gott kommt\". Und weiter: \"Diese Berufung, wie jede Berufung, findet ihre Antwort in einer Reise, in einer lebenslangen Suche\".<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Heilige Bruno und die N\u00fcchternheit der Kart\u00e4userm\u00f6nche<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der heilige Bruno gr\u00fcndete den Kart\u00e4userorden, der als der strengste innerhalb der katholischen Kirche gilt. Die N\u00fcchternheit der Kart\u00e4user spiegelt sich nicht nur in ihrer Lebensweise, sondern auch in ihrer Liturgie wider, die auf der von St. Bruno und seinen Gef\u00e4hrten entwickelten Liturgie basiert. Diese <a href=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/recursos\/desiderio-desideravi-coloquio-paris\/\">Liturgie <\/a>enth\u00e4lt viele Perioden der Stille und keine Musikinstrumente, obwohl sie den Kart\u00e4usergesang enth\u00e4lt, der dem gregorianischen Gesang \u00e4hnelt, aber strenger ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der offiziellen Website \"<a href=\"https:\/\/chartreux.org\/\">chartreux.org<\/a>\"Nachdem er lange Zeit die Domschule von Reims geleitet hatte, ging Meister Bruno, 'ein Mann von tiefem Herzen', der dem g\u00f6ttlichen Ruf nach einem ausschlie\u00dflichen Leben f\u00fcr Gott folgte, 1084 mit sechs Gef\u00e4hrten in das Chartreuse-Massiv, um den Geist der W\u00fcstenv\u00e4ter im Westen wiederzubeleben. Anschlie\u00dfend gr\u00fcndete er ein weiteres Kloster in Kalabrien, wo er 1101 starb\". Sein Todestag ist der 6. Oktober, der Tag, an dem die katholische Kirche sein Andenken begeht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Geburt des Ordens<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bruno wurde um 1030 in K\u00f6ln, im heutigen Deutschland, geboren und zeichnete sich schon in jungen Jahren sowohl durch seinen Intellekt als auch durch seine Fr\u00f6mmigkeit aus. Er studierte in Reims, wo er sp\u00e4ter Lehrer und ein angesehener Kanoniker wurde. Sein Kampf gegen die Simonie, den Kauf kirchlicher \u00c4mter, pr\u00e4gte ihn zutiefst und veranlasste ihn, ein Leben abseits von kirchlicher Politik und materiellen G\u00fctern zu suchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die christliche Vollkommenheit, nach der er sich sehnte, fand er zusammen mit einer Gruppe von Gef\u00e4hrten in einem Leben, das ganz dem Gebet und der Kontemplation gewidmet war: 1084 schenkte ihnen Bischof Hugo von Grenoble, ein ehemaliger Sch\u00fcler Brunos, ein unwirtliches und felsiges St\u00fcck Land in den franz\u00f6sischen Alpen. Dort gr\u00fcndeten sie La Grande Chartreuse, das Mutterkloster des Kart\u00e4userordens. Dieses Kloster wurde zu einem Vorbild f\u00fcr das monastische Leben, das auf Schweigen, Gebet und Handarbeit ausgerichtet war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kart\u00e4userm\u00f6nche leben in fast absoluter Abgeschiedenheit und verbringen einen Gro\u00dfteil ihrer Tage in Einsamkeit in ihren eigenen Zellen, wo sie beten, meditieren und Handarbeiten verrichten. Gemeinschaftliche Treffen sind selten und die Konversation ist begrenzt. Einmal in der Woche d\u00fcrfen sie sich bei einem gemeinsamen Spaziergang unterhalten, die \u00fcbrige Zeit kommunizieren sie durch Zeichensprache.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der p\u00e4pstliche Hof und die letzten Jahre des Heiligen Bruno<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bruno konnte seinen Ruhestand jedoch noch viele Jahre lang nicht in vollen Z\u00fcgen genie\u00dfen. Im Jahr 1090 wurde er von Papst Urban II., einem anderen seiner ehemaligen Sch\u00fcler, nach Rom berufen. Obwohl er sich zutiefst w\u00fcnschte, in Einsamkeit zu leben, gehorchte Bruno, entdeckte aber bald, dass das Leben am p\u00e4pstlichen Hof nicht mit seinem asketischen Geist vereinbar war. Das Angebot, zum Erzbischof von Reggio in Kalabrien ernannt zu werden, lehnte er ab und entschied sich f\u00fcr ein Leben in der Einsamkeit an einem noch abgelegeneren Ort, wo er in La Torre in Kalabrien sein zweites Kloster gr\u00fcndete.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine letzten Jahre verbrachte er in dieser Einsiedelei, umgeben von Laien und Klerikern, die seine Suche nach dem vollkommenen Leben in Kontemplation und Stille teilten. Sein Tod am 6. Oktober 1101 markierte das Ende eines gottgeweihten Lebens, aber auch den Beginn einer Verehrung, die die Jahrhunderte \u00fcberdauern sollte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz der Strenge seines Lebens war der Einfluss Brunos tiefgreifend und dauerhaft. Sein Verm\u00e4chtnis verbreitete sich rasch \u00fcber den Kart\u00e4userorden, der sich \u00fcber ganz Europa ausbreitete und im 16. Jahrhundert mit rund 5.600 M\u00f6nchen und Nonnen in 198 Kl\u00f6stern seinen H\u00f6hepunkt erreichte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Gegensatz zu anderen religi\u00f6sen Orden bem\u00fchten sich die Kart\u00e4user jahrhundertelang nicht um die formelle Heiligsprechung ihres Gr\u00fcnders. Erst 1514, unter dem Pontifikat von Leo X., wurde Brunos Heiligkeit offiziell durch ein p\u00e4pstliches Dekret anerkannt, das seine Verehrung best\u00e4tigte, ohne dass das traditionelle Heiligsprechungsverfahren durchgef\u00fchrt werden musste. Sp\u00e4ter, im Jahr 1623, wurde sein Fest auf die Weltkirche ausgedehnt, wodurch sein Platz in der Geschichte der katholischen Spiritualit\u00e4t gefestigt wurde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Kart\u00e4userorden heute<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Brunos Einfluss auf die christliche Spiritualit\u00e4t liegt in seiner Ablehnung der Versuchungen von Macht und Reichtum und in seinem Streben nach einem Leben, das ausschlie\u00dflich dem Gebet und dem Dienst an Gott gewidmet ist. In einer Zeit, die von Korruption und Machtstreben innerhalb der Kirche gepr\u00e4gt war, zeichnete sich Bruno durch seine Reinheit des Herzens und seine Integrit\u00e4t aus, Eigenschaften, die seine Zeitgenossen inspirierten und den Kart\u00e4userm\u00f6nchen auch heute noch als Vorbild dienen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute gibt es den Kart\u00e4userorden noch immer, mit 23 Kart\u00e4userkl\u00f6stern (18 mit M\u00f6nchen und 5 mit Nonnen) auf der ganzen Welt, in denen etwa 270 M\u00f6nche und 60 Nonnen den Regeln ihres Gr\u00fcnders folgen. Die Kart\u00e4user leben nach wie vor nach den strengen Regeln, die Bruno vor mehr als 900 Jahren aufgestellt hat. Sie halten an der Praxis des Schweigens, des st\u00e4ndigen Gebets und der Handarbeit fest und befolgen das Motto des Ordens: \"Stat crux dum volvitur orbis\" (\"Das Kreuz steht fest, wenn sich die Welt dreht\"). Eine weit verbreitete Devise besagt, dass der Kart\u00e4userorden nie reformiert wurde, weil er nie deformiert wurde (\"Nunquam reformata, quia nunquam deformata\").<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>El domingo 9 de octubre de 2011, Benedicto XVI viaj\u00f3 a la cartuja de Serra San Bruno; su predecesor, san Juan Pablo II, ya hab\u00eda estado all\u00ed el 5 de octubre de 1984. 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