{"id":27398,"date":"2022-12-31T11:32:47","date_gmt":"2022-12-31T10:32:47","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/?p=27398"},"modified":"2022-12-31T11:32:49","modified_gmt":"2022-12-31T10:32:49","slug":"benedict-xvi-rouco","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/firmas\/benedicto-xvi-rouco\/","title":{"rendered":"Benedikt XVI. Co-Operator der Wahrheit"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Der emeritierte Papst Benedikt XVI. ist gestorben. Wenn es etwas gibt, das sein langes Leben gepr\u00e4gt hat, von seiner Kindheit und Jugend als Seminarist im Kleinen Seminar der Erzdi\u00f6zese M\u00fcnchen in Traunstein im bayerischen Voralpenland bis zu seinen letzten Jahren als emeritierter Papst, dann ist es zweifellos seine Berufung, ein \"Kooperator der Wahrheit\" sein zu wollen: der Wahrheit Gottes, die in Christus zum Heil der Menschen offenbart wurde.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Er war ein Mitstreiter der Wahrheit, suchte sie mit der Leidenschaft seines Herzens und der intellektuellen Klarheit eines rastlosen Geistes in seinen theologischen Studien am Gro\u00dfen Seminar in Freissen, die ihre Best\u00e4tigung in seiner Doktorarbeit und in seiner Habilitation fanden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Theologie des heiligen Augustinus liefert ihm den theologischen Horizont, um das Wesen der Kirche als \"Volk und Haus Gottes\" zu verstehen und zu erkl\u00e4ren, und von der des heiligen Bonaventura, von seinem \"Weg des Geistes zu Gott\", erh\u00e4lt er die intellektuelle Inspiration, um die Wahrheit des lebendigen Gottes zu verstehen, der sich in einer Heilsgeschichte offenbart, die in Christus, dem Sohn Gottes, der im Scho\u00df der Jungfrau Maria inkarniert, gekreuzigt, gestorben und auferstanden ist, gipfelt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seine zwei Jahrzehnte als Theologieprofessor in Bonn und M\u00fcnster, T\u00fcbingen und Regensburg, in denen er Lehre und Forschung, Vortr\u00e4ge und Publikationen mit einer au\u00dferordentlichen p\u00e4dagogischen Fruchtbarkeit verband, offenbaren ein Verst\u00e4ndnis von der Suche nach der in Gott geoffenbarten Wahrheit, in dem sich der Dialog Glaube\/Vernunft mit einer strengen logischen Disziplin und zugleich mit einer au\u00dferordentlichen geistlichen Sensibilit\u00e4t f\u00fcr die Fragen seiner Leser und H\u00f6rer entfaltet. Wie sehr hat seine faszinierende Abhandlung \"Einf\u00fchrung in das Christentum\" den Generationen junger Universit\u00e4tsstudenten jenes dramatischen historischen Augenblicks geholfen, den Weg zur Wahrheit mit einem gro\u00dfen Buchstaben zu finden: den lebendigen Gott jenseits, aber nicht gegen den Gott der Philosophen zu finden!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die folgenden Etappen seiner Biographie als Erzbischof - knapp f\u00fcnf Jahre - und als Pr\u00e4fekt der Glaubenskongregation - fast f\u00fcnfundzwanzig - standen im Zeichen eines Dienstes am Glauben der Kirche als enger und vertrauter Mitarbeiter von Papst Johannes Paul II. bei der Erf\u00fcllung seiner ersten Pflicht als Nachfolger Petri, die keine andere ist als \"seine Br\u00fcder im Glauben zu best\u00e4tigen\". Seine Arbeitsmethode folgte dem \"Anselm'schen\" Prinzip \"Fides quaerens intellectum\" - \"Intellectus quaerens Fidem\" (\"Glaube sucht Intelligenz\" und \"Intelligenz sucht Glauben\"). Ein Grundsatz, der mit der besonderen Sorgfalt eines Dialogs umgesetzt wird, der immer aufmerksam ist und immer ein offenes Ohr f\u00fcr gegens\u00e4tzliche Thesen hat. Die gesamte Debatte der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts um die Befreiungstheologie ist ein deutlicher Beweis daf\u00fcr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich konzentriert sich sein Lehramt in den acht Jahren seines Pontifikats auf die Wahrheit Gottes, die die Liebe ist (seine Enzyklika \"Deus Caritas est\"), und auf das letzte Fundament der Hoffnung, die nicht entt\u00e4uscht (seine Enzyklika \"Spes Salvi\"). Die j\u00fcngste Enzyklika \"Caritas in veritate\" (\"Liebe in der Wahrheit\", CV), die am 29. Juni 2009 inmitten der weltweiten Finanzkrise mit ihrem Epizentrum an der New Yorker B\u00f6rse ver\u00f6ffentlicht wurde - und die bald darauf zu einer schweren sozialen, politischen und kulturellen Krise f\u00fchrte - will zeigen, wie der Glaube an den lebendigen und wahren Gott, der sich in Christus offenbart hat, den Weg f\u00fcr den wahren menschlichen Fortschritt - den ganzheitlichen Fortschritt - frei macht, oder anders gesagt, den Weg f\u00fcr die Verwirklichung eines wahren und authentischen Humanismus \u00f6ffnet. Die so genannte \"anthropologische Wende\" des modernen und postmodernen Denkens, die er gut kannte, ist nicht nur sinnentleert, sondern im Gegenteil, ihre Bedeutung f\u00fcr das transzendente Wohl der menschlichen Person und der Gesellschaft wird beglaubigt und gefestigt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist daher nicht verwunderlich, da\u00df eine der praktischen Schlu\u00dffolgerungen der Enzyklika lautet: \"Es gibt keine volle Entwicklung und kein allgemeines Gemeinwohl ohne das geistige und sittliche Wohl der Menschen, die in ihrer Gesamtheit von Seele und Leib betrachtet werden\" (CV 76), und gleichzeitig, da\u00df \"die Entwicklung Christen braucht, die ihre Arme im Gebet zu Gott erheben, Christen, die sich bewu\u00dft sind, da\u00df die von der Wahrheit erf\u00fcllte Liebe, die 'caritas in veritate', aus der eine echte Entwicklung hervorgeht, nicht das Ergebnis unserer Bem\u00fchungen ist, sondern ein Geschenk\" (CV 79).&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In seiner Predigt auf dem Obradoiro-Platz in Santiago de Compostela am 6. November 2010 (auf seiner zweiten Pastoralreise nach Spanien) sagte er: \"Er allein - Gott - ist die absolute, treue Liebe, unbestimmbar, ein unendliches Ziel, das hinter all den bewundernswerten G\u00fctern, Wahrheiten und Sch\u00f6nheiten dieser Welt zu sehen ist: bewundernswert, aber unzureichend f\u00fcr das Herz des Menschen. Die heilige Teresa von Jesus hat das gut verstanden, als sie schrieb: 'Gott allein ist genug'\". <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Ende des Weltjugendtages in Madrid am 21. August 2011, als er sich von Spanien verabschiedete, sagte er uns: \"Spanien ist eine gro\u00dfe Nation, die in einem offenen, pluralistischen und respektvollen Zusammenleben Fortschritte machen kann, ohne ihre zutiefst christliche und katholische Seele zu verleugnen\", und dass \"junge Menschen flei\u00dfig antworten, wenn ihnen aufrichtig und wahrhaftig die Begegnung mit Jesus Christus, dem einzigen Erl\u00f6ser der Menschheit, vorgeschlagen wird\". <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wahrheit Gottes, des Sch\u00f6pfers und Erl\u00f6sers des Menschen, die WAHRHEIT, die Er und Er allein ist, und die der Heilige Vater Benedikt XVI. w\u00e4hrend seines ganzen, Christus gewidmeten Lebens unabl\u00e4ssig gesucht, mitgetragen, bezeugt und gelehrt hat, erhellt die D\u00e4mmerung der letzten Jahre seines Lebens, die er in Gebet, Schweigen und beispielhafter Demut verbracht hat. Im Vorwort des ersten Bandes seiner 2007 erschienenen Monographie \"Jesus von Nazareth\" bekennt er: \"Ich brauche wohl nicht ausdr\u00fccklich zu sagen, dass dieses Buch in keiner Weise ein magisterieller Akt ist, sondern nur Ausdruck meiner pers\u00f6nlichen Suche nach dem Antlitz des Herrn\". Ein Gesicht, das er bereits in der ewigen Kontemplation seiner unendlichen Sch\u00f6nheit gefunden hat. So beten wir, vereint im Gebet der ganzen Kirche f\u00fcr ihn, der sich immer als \"ihr dem\u00fctiger Arbeiter im Weinberg des Herrn\" betrachtet hat.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ha fallecido el Papa em\u00e9rito Benedicto XVI. Si algo ha caracterizado su larga vida,&nbsp;desde los a\u00f1os de la infancia y adolescencia como seminarista del seminario menor de la Archidi\u00f3cesis de&nbsp;Munich, situado en&nbsp;Traunstein, en las faldas de los Alpes b\u00e1varos,&nbsp;hasta los \u00faltimos como Papa&nbsp;em\u00e9rito, es sin duda, su vocaci\u00f3n de querer ser \u00abCooperador de la Verdad\u00bb: [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1532,"featured_media":27363,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"pmpro_default_level":"","footnotes":""},"categories":[47,48],"tags":[871],"class_list":["post-27398","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-firmas","category-firmas-invitadas","tag-benedicto-xvi","pmpro-has-access"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27398","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1532"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27398"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27398\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/27363"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27398"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27398"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27398"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}