{"id":11187,"date":"2021-04-07T23:59:00","date_gmt":"2021-04-07T22:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/?p=11187"},"modified":"2021-04-09T08:17:14","modified_gmt":"2021-04-09T07:17:14","slug":"lateinamerika-verbessert-die-palliative-pflege-aber-ist-unzureichend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/staging.omnesmag.com\/de\/foco\/latinoamerica-mejora-en-cuidados-paliativos-pero-es-insuficiente\/","title":{"rendered":"Lateinamerika verbessert sich bei der Palliativversorgung, aber es ist unzureichend"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Zeit, in der Lateinamerika zu den am st\u00e4rksten vom Covid-19-Virus betroffenen Regionen der Welt geh\u00f6rt, z. B. in L\u00e4ndern wie Brasilien, Chile, Kolumbien und Peru, wurde die <em>Atlas der Palliativversorgung in Lateinamerika 2020<\/em>Der Bericht, der den Stand dieser Art von spezialisierter Pflege in der Region beschreibt. Dabei handelt es sich um eine umfassende Versorgung von Patienten mit schwerem Leiden aufgrund einer fortgeschrittenen Erkrankung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Studie liefert Informationen \u00fcber 17 spanisch- und portugiesischsprachige lateinamerikanische L\u00e4nder, in denen mehr als 630 Millionen Menschen leben, und gibt einen systematischen \u00dcberblick \u00fcber die Entwicklung dieser spezialisierten Versorgung mit dem Ziel, sie in der gesamten Region zu f\u00f6rdern. Die L\u00e4nder, die an der Studie teilgenommen haben, sind Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Costa Rica, die Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexiko, Panama, Paraguay, Peru, Uruguay und Venezuela. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Lateinamerika gibt es 1.562 Palliativversorgungsteams, was einem Verh\u00e4ltnis von 2,6 pro Million Einwohner entspricht. Diese Zahl spiegelt die Fortschritte wider, die die Region seit 2013 in Bezug auf die Anzahl der Dienste und die \u00f6ffentlichen Ma\u00dfnahmen in diesem Bereich gemacht hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Verbesserung entspricht jedoch noch nicht den Bed\u00fcrfnissen der Bev\u00f6lkerung, da sch\u00e4tzungsweise nur 7,6 % der Menschen in Lateinamerika, die eine Palliativversorgung ben\u00f6tigen, diese auch erhalten, obwohl bereits f\u00fcnf L\u00e4nder (Kolumbien, Costa Rica, Chile, Mexiko und Peru) \u00fcber ein Gesetz zur Palliativversorgung verf\u00fcgen, was in Spanien beispielsweise nicht der Fall ist.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Uruguay, Costa Rica und Chile liegen vorn<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die L\u00e4nder mit dem h\u00f6chsten Anteil an Palliativversorgungsteams pro Million Einwohner sind Uruguay (24,5), Costa Rica (14,74) und Chile (13,41). Die Schlusslichter sind Guatemala und Honduras (beide mit 0,64) sowie Peru (0,58). Von diesen Diensten sind 1.173 in Krankenh\u00e4user integriert. Bolivien (0,89) und Ecuador (0,83) haben den h\u00f6chsten Anteil an diesen Ressourcen. In El Salvador und der Dominikanischen Republik wurden keine erfasst.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"787\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/OMNESPALIATIVOS_cuadro-787x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11193\" srcset=\"https:\/\/staging.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/OMNESPALIATIVOS_cuadro-787x1024.jpg 787w, https:\/\/staging.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/OMNESPALIATIVOS_cuadro-538x700.jpg 538w, https:\/\/staging.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/OMNESPALIATIVOS_cuadro-230x300.jpg 230w, https:\/\/staging.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/OMNESPALIATIVOS_cuadro-768x1000.jpg 768w, https:\/\/staging.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/OMNESPALIATIVOS_cuadro-1180x1536.jpg 1180w, https:\/\/staging.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/OMNESPALIATIVOS_cuadro-1573x2048.jpg 1573w, https:\/\/staging.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/OMNESPALIATIVOS_cuadro-600x781.jpg 600w, https:\/\/staging.omnesmag.com\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/OMNESPALIATIVOS_cuadro.jpg 1951w\" sizes=\"(max-width: 787px) 100vw, 787px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die p\u00e4diatrische Palliativversorgung wurden 123 Teams ermittelt, was 7,9 % der gemeldeten Dienste entspricht. Die L\u00e4nder mit der h\u00f6chsten Rate pro Million Einwohner unter 15 Jahren sind Uruguay (19,3) und Argentinien (5,25). In Paraguay und Venezuela wurden keine Teams festgestellt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einige der im Atlas enthaltenen Daten sind<em>,<\/em> die von der Lateinamerikanischen Vereinigung f\u00fcr Palliativpflege (cuidadospaliativos.org), der Internationalen Vereinigung f\u00fcr Hospize und Palliativpflege (hospicecare.com) und der <a href=\"http:\/\/unav.edu\/web\/instituto-cultura-y-sociedad\/proyecto-atlantes\">Globale Beobachtungsstelle f\u00fcr Palliativmedizin der Universit\u00e4t von Navarra,<\/a> Die Arbeit geh\u00f6rt zu einem der Forschungsschwerpunkte der Strategie 2025 der Universit\u00e4t Navarra, der \"Palliativmedizin\" im Rahmen der \"Personalisierten Medizin\".<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer analysierter Indikator ist die Verteilung von starken, aus Opium gewonnenen Drogen, so genannten Opiaten, zur Schmerzlinderung. Brasilien (1.385 kg), Argentinien (762,7 kg) und Kolumbien (556,1 kg) f\u00fchren die Liste an. El Salvador und Uruguay sind die L\u00e4nder, in denen die Zusammenarbeit zwischen denjenigen, die diese Schmerzmittel verschreiben, und denjenigen, die ihren Gebrauch regeln, am besten ist. Brasilien, Guatemala, Honduras, Paraguay und Venezuela arbeiten dem Atlas zufolge am schlechtesten zusammen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ausbildung von \u00c4rzten<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ausbildung von \u00c4rzten ist dem Atlas zufolge ein weiterer Schl\u00fcsselfaktor f\u00fcr die F\u00f6rderung der Disziplin. Acht L\u00e4nder erkennen die Palliativmedizin als Spezialit\u00e4t und\/oder Subspezialit\u00e4t an: Argentinien, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Mexiko, Paraguay und Venezuela. Chile ist im Begriff, dies zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus ist die F\u00f6rderung spezifischer Gesetze ein wichtiger Indikator f\u00fcr die \u00dcberwachung der Entwicklung des Fachgebiets. Laut dieser Studie verf\u00fcgen Kolumbien, Costa Rica, Chile, Mexiko und Peru derzeit \u00fcber ein Gesetz zur Palliativversorgung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Andererseits haben Mexiko, El Salvador, Costa Rica, Panama, Venezuela, Ecuador, Brasilien, Uruguay, Argentinien und Chile einen nationalen Plan oder eine Strategie f\u00fcr die Palliativversorgung vorgelegt, einige davon ausdr\u00fccklich f\u00fcr Krebspatienten. Es ist jedoch nicht bekannt, welchen Umfang sie haben und ob sie \u00fcber ein angemessenes Budget f\u00fcr die Umsetzung verf\u00fcgen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Prognosen zur Pflege <\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Lancet Commission on Global Access to Palliative Care and Pain Relief sch\u00e4tzt, dass in Lateinamerika jedes Jahr 3,5 Millionen Menschen mit einer schweren Krankheit leben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) prognostiziert, dass der weltweite Bedarf an Palliativversorgung aufgrund der wachsenden Belastung durch nicht \u00fcbertragbare Krankheiten (Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen usw.) und der Alterung der Bev\u00f6lkerung weiter zunehmen wird.<\/p>\n\n\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Miguel S\u00e1nchez C\u00e1rdenas, Forscher bei der Atlantes-Gruppe, sagte zu dieser Zahl: \"Dieser Wert ist eine Sch\u00e4tzung. Obwohl die Lancet-Kommission sch\u00e4tzt, dass mehr als 3,5 Millionen Menschen eine Palliativversorgung ben\u00f6tigen, ist die Zahl der Menschen, die sie erhalten, eine Berechnung, die auf dem Zugang zu Dienstleistungen und Medikamenten basiert, daher empfehlen wir, sie im Verh\u00e4ltnis und nicht in absoluten Zahlen zu verwenden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinsichtlich der Frage, welcher Prozentsatz der Menschen, die eine spezialisierte Palliativversorgung erhalten, angemessen w\u00e4re, weist S\u00e1nchez C\u00e1rdenas darauf hin, dass die Quote \"je nach Art der Krankheit variiert\". Bei Krebserkrankungen beispielsweise wird davon ausgegangen, dass 90 % der Patienten eine Palliativversorgung ben\u00f6tigen und diese erhalten sollten. Bei anderen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind es 651 %, bei Demenz 80 % und bei chronischen Lungenerkrankungen 80 %. Dies bedeutet, dass die Gesundheitssysteme \u00fcber einen breiten Zugang f\u00fcr diese Bev\u00f6lkerungsgruppe und \u00fcber Instrumente verf\u00fcgen sollten, mit denen festgestellt werden kann, wer Palliativversorgung ben\u00f6tigt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Bewertung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Miguel S\u00e1nchez C\u00e1rdenas ist der Ansicht, dass sich im Vergleich zu 2013, als die erste Ausgabe des Atlas ver\u00f6ffentlicht wurde, \"die Daten und Verh\u00e4ltnisse verbessert haben. Die Zahl der Dienstleistungen, Bildungsprogramme und \u00f6ffentlichen Ma\u00dfnahmen in der Region hat zugenommen. Allerdings muss darauf hingewiesen werden, dass sie immer noch als unzureichend angesehen werden, um die Bed\u00fcrfnisse der Region zu decken.<a>\".<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr. Tania Pastrana, die Leiterin des Projekts, sagte: \"Um die Entwicklung der Palliativmedizin in Lateinamerika zu f\u00f6rdern, ist es notwendig, den aktuellen Stand der Disziplin und ihre Fortschritte im Laufe der Zeit zu kennen. Wir sind sehr erfreut, dass diese Ausgabe wichtige Fortschritte in allen lateinamerikanischen L\u00e4ndern aufzeigt\". \"Anhand der im Atlas enthaltenen Informationen ist es m\u00f6glich, Pl\u00e4ne und Programme zu entwickeln, die auf die Bed\u00fcrfnisse und Bedingungen der einzelnen L\u00e4nder zugeschnitten sind\", so Dr. Patricia Bonilla, Pr\u00e4sidentin der Lateinamerikanischen Vereinigung f\u00fcr Palliativmedizin.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Vergleich<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein rechtlicher Rahmen f\u00fcr die Palliativversorgung wird von vielen Fachleuten als wichtig erachtet, da in einigen L\u00e4ndern versucht wird, die Euthanasie zu legalisieren, wie dies gerade in Spanien geschehen ist, obwohl es einige Staaten wie Kolumbien gibt, die beide Ph\u00e4nomene geregelt haben: Euthanasie und Palliativversorgung. Wie bereits erw\u00e4hnt, verf\u00fcgen neben Kolumbien auch Costa Rica, Chile, Mexiko und Peru bereits \u00fcber ein Gesetz zur Palliativmedizin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kolumbien ist eines der wenigen L\u00e4nder der Welt, die die Sterbehilfe entkriminalisiert haben, neben den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Kanada und einigen Staaten in Australien und den Vereinigten Staaten. In Kolumbien gilt die Euthanasie als Grundrecht, das f\u00fcr Menschen \u00fcber sechs Jahren mit einer unheilbaren Krankheit gilt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Europa<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In Bezug auf andere Indikatoren, wie von diesem Portal omnesmag.com berichtet, ist die<em> EAPC-Atlas der Palliativversorgung in Europa 2019 <\/em>berichtet, dass es in Europa 6.388 spezialisierte Palliativdienste gibt, von denen 47 % in vier L\u00e4ndern konzentriert sind: Deutschland, dem Vereinigten K\u00f6nigreich, Frankreich und Italien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von der Gesamtzahl der Teams befinden sich 260 in Spanien, was einen Durchschnitt von 0,6 pro 100.000 Einwohner bedeutet. Die Europ\u00e4ische Vereinigung f\u00fcr Palliativmedizin (EAPC) gibt an, dass dieser Indikator mindestens 2 % betragen sollte.<em>. <\/em>Atlas Orte <strong>Spanien an 31. Stelle von 51 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern <\/strong>analysiert, auf einer Stufe mit Georgien, Rum\u00e4nien, Lettland oder der Tschechischen Republik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der europ\u00e4ische Atlas wurde von Dr. Carlos Centeno koordiniert, dem Leiter des ICS Atlantes-Programms und Direktor der Palliativmedizin an der Cl\u00ednica Universidad de Navarra. In einer Erkl\u00e4rung gegen\u00fcber omnesmag.com sagte Dr. Centeno<em>:<\/em> \"Euthanasie wird heute in der Gesellschaft, sogar im Gesetz, f\u00fcr viele Dinge gefordert, f\u00fcr die es eine L\u00f6sung gibt. Auch die Medizin hat angesichts des Leidens, das manchmal unertr\u00e4glich sein kann, viel zu sagen. 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