Ein katholischer Blick auf die heutige Zeit

Palliativmedizin "ist eine echte Form der Barmherzigkeit", sagt der Papst

Die Kanadische Katholische Bischofskonferenz hat zusammen mit der Päpstlichen Akademie für das Leben ein Symposium über Palliativmedizin organisiert, das unter dem Motto "Towards a Narrative of Hope: An International Interfaith Symposium on Palliative Care" stand. Der Papst hat sich in einer Botschaft an die Teilnehmer gewandt, in der er die Euthanasie radikal verurteilt.

Loreto Rios

22 de Mai de 2024

Ein Mann wird in einem Krankenhaus für Palliativmedizin behandelt ©OSV

"Dieses interreligiöse Symposium bietet die Gelegenheit, die Bedeutung der Pflege Palliativmedizin, insbesondere bei der Förderung der Würde des Menschen in Zeiten der Krankheit und am Ende des Lebens", sagte Bischof William McGrattan, Vorsitzender der Kanadischen Katholischen Bischofskonferenz, in der Videopräsentation des Symposiums.

Die Veranstaltung, die in der Stadt Toronto (Kanada) stattfindet, wird an zwei Tagen organisiert, dem ersten am 21. Mai und dem zweiten am 23. Mai.

Hoffnung in schwierigen Situationen

Der Heilige Vater richtete eine Botschaft an die Teilnehmer und Referenten des Symposiums, in der er darauf hinwies, dass das Thema "zeitgemäß und notwendig" sei, denn "heute, wo wir Zeugen der tragischen Auswirkungen von Krieg, Gewalt und Ungerechtigkeiten verschiedener Art sind, ist es nur allzu leicht, dem Schmerz und sogar der Verzweiflung nachzugeben".

Angesichts dieser Realität unterstrich der Papst die Bedeutung der Hoffnung, denn "als Mitglieder der Menschheitsfamilie und besonders als Gläubige sind wir aufgerufen, mit Liebe und Mitgefühl diejenigen zu begleiten, die sich abmühen und Schwierigkeiten haben, Grund zur Hoffnung zu finden (vgl. 1 Petr 3,15). Denn die Hoffnung ist es, die uns Kraft gibt angesichts der Fragen, die die Herausforderungen, Schwierigkeiten und Ängste des Lebens aufwerfen".

Dieses Leiden, so räumt Franziskus ein, kann besonders akut sein, "wenn man mit einer schweren Krankheit oder am Ende des Lebens konfrontiert ist. All jene, die die Ungewissheit erleben, die Krankheit und Tod so oft mit sich bringen, brauchen das Zeugnis der Hoffnung, das diejenigen geben, die sich um sie kümmern und an ihrer Seite bleiben". Der Papst wies ferner auf die Bedeutung der Palliativmedizin in dieser Situation hin, denn "sie versucht nicht nur, die Last der Schmerzen so weit wie möglich zu lindern, sondern ist vor allem ein konkretes Zeichen der Nähe und der Solidarität mit unseren leidenden Brüdern und Schwestern. Gleichzeitig kann eine solche Betreuung den Patienten und ihren Angehörigen helfen, die Verletzlichkeit, Zerbrechlichkeit und Endlichkeit zu akzeptieren, die das menschliche Leben in dieser Welt kennzeichnen".

Verurteilung der Euthanasie

Der Papst verurteilte dann die Euthanasie, "die niemals eine Quelle der Hoffnung oder der echten Sorge um die Kranken und Sterbenden ist. Im Gegenteil, sie ist ein Versagen der Liebe, ein Spiegelbild einer "Wegwerfkultur", in der "der Mensch nicht mehr als höchster Wert angesehen wird, den es zu pflegen und zu respektieren gilt" ("Fratelli Tutti", 18)".

Franziskus warnte vor der Gefahr, Euthanasie "fälschlicherweise als eine Form des Mitleids darzustellen. Doch 'Mitleid', ein Wort, das 'mitleiden' bedeutet, impliziert nicht die absichtliche Beendigung des Lebens, sondern vielmehr die Bereitschaft, die Lasten derer zu teilen, die die letzte Phase unserer Pilgerschaft auf der Erde durchmachen".

Wahres Mitgefühl: Palliativmedizin

Dieser Realität stellt der Papst die Palliativmedizin gegenüber, die "eine echte Form der Barmherzigkeit ist, die auf das körperliche, emotionale, psychologische oder spirituelle Leiden antwortet, indem sie die grundlegende und unantastbare Würde jeder Person, insbesondere der Sterbenden, bekräftigt und ihnen hilft, den unvermeidlichen Moment des Übergangs von diesem Leben zum ewigen Leben zu akzeptieren".

Darüber hinaus betonte der Heilige Vater, dass "unsere religiösen Überzeugungen ein tieferes Verständnis von Krankheit, Leiden und Tod bieten, indem sie diese als Teil des Geheimnisses der göttlichen Vorsehung und - für die christliche Tradition - als Mittel zur Heiligung betrachten. Gleichzeitig haben die barmherzigen Handlungen und der Respekt des medizinischen Personals und der Pflegekräfte den Menschen am Ende ihres Lebens oft die Möglichkeit gegeben, geistlichen Trost, Hoffnung und Versöhnung mit Gott, Familie und Freunden zu finden".

In diesem Sinne betonte Franziskus die Bedeutung der Rolle von Pflegern und Ärzten am Ende des Lebens eines Menschen: "Euer Dienst ist wichtig - ich würde sogar sagen wesentlich -, um den Kranken und Sterbenden zu helfen, zu erkennen, dass sie nicht isoliert oder allein sind, dass ihr Leben keine Last ist, sondern in den Augen Gottes immer wertvoll bleibt (vgl. Ps 116,15) und mit uns durch die Bande der Gemeinschaft verbunden ist".

Zum Abschluss seiner Botschaft ermutigte der Papst die Teilnehmer des Symposiums, "die Palliativversorgung für die Schwächsten unserer Brüder und Schwestern voranzutreiben. Mögen eure Diskussionen und Überlegungen in diesen Tagen euch helfen, in der Liebe auszuharren, den Menschen am Ende des Lebens Hoffnung zu geben und beim Aufbau einer gerechteren und brüderlicheren Gesellschaft voranzukommen.

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