Ein katholischer Blick auf die heutige Zeit

Kirche, Jugend und Gender-Debatte: eine unmögliche Beziehung?

Geschlecht, Jugend e Kirchegeschrieben von Marta Rodríguez Díaz und veröffentlicht von Treffen bemüht sich, die Kluft zu überbrücken, die sich aufzutun scheint, wenn ein Mensch, insbesondere ein junger Mensch, die Frage des Geschlechts anspricht.

Maria José Atienza

2. April 2024

Ohne zu weit zu gehen, gibt es zumindest im Westen immer mehr Fälle von "transgender, gender-fluid friends", die wir um uns herum finden. Eine Realität, die vor allem unter jungen Menschen weit verbreitet ist.

Die Geschwindigkeit und Breite, mit der die Geschlechterfrage in die Gesellschaft und damit auch in die Kirche eingedrungen ist, war kein guter Begleiter für ruhige Überlegungen oder einen fruchtbaren Dialog. Im Gegenteil, in diesem Bereich scheinen Vorurteile, mangelndes Verständnis und mangelnder Dialog auf "beiden Seiten" das Hauptthema zu sein. Ein Puzzle, dessen Teile sich immer wieder nur schwer zusammensetzen lassen.

Diese Kluft zwischen den Generationen, zwischen den sozialen und pastoralen Schichten, die sich bei diesem Thema immer wieder aufzutun scheint, versucht Marta Rodríguez mit Geschlecht, Jugend und die Kircheherausgegeben von Encuentro, das als notwendige Bibliographie für die Jugendpastoral vorgestellt wird. 

Ausgehend von ihrer Erfahrung als Erzieherin und im Zusammenleben mit Jugendlichen setzt Marta Rodríguez Díaz bei diesem scheinbar unauflösbaren Gegensatz an, um nicht nur die Auswirkungen der Gendertheorien in der Gesellschaft zu thematisieren, sondern auch den Umgang mit denjenigen, die sich auf die eine oder andere Weise in diesem komplizierten Umfeld befinden, und ihren Familien.

Rodríguez Díaz, akademische Leiterin des Kurses "Geschlecht, Sex und Erziehung" an der Universität Francisco de Vitoria in Zusammenarbeit mit dem Regina Apostolorumwar zuständig für das Dikasterium für Laien, Familie und Leben.

Begriff "Geschlecht

Besonders interessant ist die Position des Buches zu der Frage, ob man den Begriff Genreauch innerhalb der Kirche. In diesem Sinne spricht sich Marta Rodríguez Díaz für eine kritische Übernahme des Begriffs Gender aus, um einen fruchtbaren Dialog mit der heutigen Gesellschaft zu führen und Verletzungen oder Missverständnisse auf Seiten aller Akteure zu vermeiden. 

Der Autor nähert sich dieser Beziehung vom Ausgangspunkt der Nähe aus. Aus der Sicht des Freundes eines Kindes oder eines Schülers in einer Schule, in der eine Klasse unterrichtet wird, usw., und die uns diese Realität mit anderen Augen sehen lässt.

Es ist erstaunlich, mit welcher Aufgeschlossenheit und konzeptionellen Offenheit die Autorin diese Fälle behandelt, ohne auch nur das Geringste an dogmatischem oder moralischem Boden in Sachen Gender aufzugeben. 

In diesem Sinne ermutigt das Buch zu einer mutigen Haltung der Akzeptanz, insbesondere seitens der Familienmitglieder und Erzieher, ohne jedoch ein Verhalten zu legitimieren. Rodriguez spricht nicht von einem theoretischen Standpunkt aus, sondern schlägt auf der Grundlage von Erfahrungen und dem Umgang mit jungen Menschen eine Reihe sehr interessanter Grundsätze für das Zusammenleben und vor allem die Begleitung von jungen Menschen vor, die sich als LGTBI+ definieren.

Begleiten und Zuhören

Der vielleicht wichtigste Begriff in diesem Buch ist genau der letztgenannte, Begleitung und daneben die von hören.. Für diejenigen, die in der kirchlichen Jugend- und Familienarbeit tätig sind, plädiert Rodríguez Díaz dafür, die Aufgabe zu übernehmen, diejenigen zu begleiten und nicht zu überzeugen, die in Situationen leben, die weit von der Moral und der kirchlichen Lehre zur sexuellen Verantwortung entfernt sind. 

Der Autor verschweigt nicht die Notwendigkeit einer kontinuierlichen, offenen und bewussten Schulung derjenigen, die diese jungen Menschen begleiten.

Auch die Notwendigkeit von Geduld und Flexibilität auf Seiten des Begleiters wird nicht verschwiegen. Neben dieser geduldigen Begleitung betont die Autorin, wie wichtig es ist, diesen Menschen wirklich zuzuhören.

Marta Rodríguez Díaz entwickelt diese Position in der Überzeugung, dass diejenigen, die eine von der Gendertheorie geprägte Lebensweise verteidigen oder leben, im Grunde genommen die Sehnsucht nach einer Beziehung der wahren Liebe teilen. 

Ein interessantes Buch, das vor allem Eltern und Erziehern hilft, sich ohne Angst der Aufgabe des Dialogs mit einer geschlechtsspezifisch geprägten Welt zu stellen, in der die Kirche weiterhin als Mutter, Lehrerin und vor allem als Begleiterin und Führerin der Jüngsten auftreten muss. 

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