Ein katholischer Blick auf die heutige Zeit

"Meine Mutter hat uns gelehrt, dass wir vergeben müssen", sagt ein Boko-Haram-Opfer

Aid to the Church in Need hat eine Kampagne zur Unterstützung der nigerianischen Kirche unter dem Motto "Help Nigeria. Märtyrer-Kirche, lebendige Kirche". Laut dem von ACN in diesem Jahr herausgegebenen Bericht über die Religionsfreiheit "ist Nigeria eines der schlimmsten Länder der Welt, um den christlichen Glauben zu leben".

Loreto Rios

13 de Dezember de 2023

Papst Franziskus begrüßt die Boko-Haram-Überlebende Janada Marcus im März 2023 ©OSV/Vatican Media

Heute Morgen fand eine Pressekonferenz in der Zentrale der ACN Spanien, einer Stiftung des Heiligen Stuhls, um die aktuelle Situation in Nigeria und die Einzelheiten der Kampagne "Kirche in Not" (Aid to the Church in Need).

Nigeria ist aufgrund zahlreicher Terroranschläge der Gruppen Boko Haram und Islamischer Staat Westafrika sowie der "Fulani" im Zentrum des Landes derzeit eines der gefährlichsten Länder der Welt für Christen. Seit 2022 wurden 39 Priester getötet, 30 Priester entführt und 17 Katechisten ermordet.

Projekte zur Unterstützung von Opfern in Nigeria

An der Pressekonferenz nahmen Kinga von Schierstaedt, Teamleiterin für Afrika in der Projektabteilung von Kirche in Not International (ACN), Pater Joseph Bature Fidelis, Leiter des Personal- und Traumazentrums der Diözese Maiduguri, und Janada Marcus, eine Überlebende der Angriffe von Boko Haram, teil.

Laut ACN "haben die Bischöfe Projekte zur Verbesserung der Sicherheit von Priestern und Ordensleuten gefordert". Zu diesen Projekten gehören der Bau von Sicherheitszäunen in Klöstern, Autos, damit sich die Priester in ländlicheren Gegenden bewegen können, anstatt zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu gehen, was Entführungen erschwert, und Alarmsysteme in den Pfarrhäusern, damit die Priester bei einem Angriff Hilfe rufen können.

Ein weiteres Projekt war der Bau des Traumazentrums in Maiduguri, da viele Menschen nach den Terroranschlägen, vor allem im Norden des Landes, eine Traumaberatung benötigen. "Sie kommen erschüttert hierher. Sie fliehen vor der Gewalt und kommen in Scharen in die Kirche, um Unterstützung und Trost zu finden und professionelle und geistliche Betreuung sowie soziale Förderung zu erhalten. Wahrer Frieden wird nur erreicht, wenn das Trauma der tief Verwundeten geheilt wird", sagt der Leiter des Zentrums, Pater Joseph Bature Fidelis.

Im Jahr 2022 finanzierte "Kirche in Not" 122 Projekte mit insgesamt 2,1 Millionen Euro: Bau oder Wiederaufbau von Kirchen, Priesterseminaren, Pfarrhäusern und anderen kirchlichen Gebäuden, Ausbildung von einheimischen Geistlichen, Unterstützung von Priestern, Unterhaltshilfe für Nonnen, Finanzierung von katechetischem Material und Unterstützung von Transport- und Kommunikationseinrichtungen.

Janada Marcus' Zeugenaussage

Wie Kinga von Schierstaedt erklärte, konzentriert sich die Kampagne derzeit auf vier Arten von Projekten: psycho-spirituelle Betreuung und Sicherheit, Ausbildung, Instandhaltung des Zentrums für eucharistische Anbetung, das den nigerianischen Märtyrern gewidmet ist, sowie Ausbildung und Unterstützung für Priester.

Janada Marcus, 25, war bereits viermal Opfer von Terroranschlägen. Einmal wurde sie nach einer Operation mit einer eiternden Wunde und unter Narkose entführt und zusammen mit anderen ein Jahr und acht Monate lang gefangen gehalten, bis ihr die Flucht gelang. Bei einer anderen Gelegenheit musste sie mit ansehen, wie ihr Vater von Boko Haram getötet wurde. Janada wurde im Maiduguri Trauma Care Centre behandelt, wohin ihre Mutter sie brachte, als ihre Tochter ständig Albträume hatte und nicht in der Lage war, mit Menschen zu sprechen. Janada sagte heute Morgen, dass es ihr gelungen sei, den Terroristen zu vergeben und dass sie nun ihren Seelenfrieden gefunden habe: "Meine Mutter hat uns beigebracht, dass wir vergeben müssen. Das ist ein Teil unseres christlichen Glaubens.

Inzwischen hat sie es geschafft, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen, hat ein Diplom in Tropenmedizin und Krankheitsbekämpfung und konnte im März dieses Jahres den Vatikan besuchen und Papst Franziskus begrüßen.

Trotz des Terrorismus stellt ACN fest, dass "Nigeria das Land mit den meisten Seminaristen in Afrika ist, und trotz Diskriminierung und Verfolgung wächst die Zahl der Aspiranten weiter".

Sie können sich an der Kampagne über die Website von Kirche in Not (Aid to the Church in Need).

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