Ein katholischer Blick auf die heutige Zeit

Zwei Erzählungen über die Evangelisierung Amerikas

Die jüngste Reise von Papst Franziskus nach Kanada zeigt, dass seine Botschaften die öffentliche Meinung oft wenig nuanciert erreichen. In diesem Fall hat das negative Narrativ über die Evangelisierung Amerikas einen erheblichen Einfluss darauf, wie seine Botschaft aufgenommen wird.

Javier García Herrería

9. August 2022

Foto: Papst Franziskus grüßt einen Ureinwohner in Iqaluit. ©CNS photo/Paul Haring

In den letzten Jahren ist eine neue Erzählung über die Kolonisierung Amerikas und die von Spanien und anderen Ländern durchgeführte Evangelisierung entstanden. Natürlich wurde nicht alles gut gemacht, und die Geschichte muss alle Fakten ans Licht bringen. Es hat jedoch den Anschein, dass viele wichtige Nuancen in der öffentlichen Debatte nicht beachtet werden. Die Kultur des Erwachens zwingt ein Narrativ auf, das auf Ressentiments beruht und einem ruhigen Dialog über viele Themen nicht gerade förderlich ist. 

Auch die Schlagzeilen in der Presse sind oft nicht hilfreich, wie das Beispiel der jüngsten Reise des Papstes nach Kanada zeigt. Die Hauptbotschaft bestand zweifellos darin, sich bei der einheimischen Bevölkerung für die Zusammenarbeit der Kirche mit den staatlichen Schulen zur Umerziehung der Kinder zu entschuldigen. Das Einfühlungsvermögen und die Demut von Franziskus haben die Herzen vieler Menschen aus den ursprünglichen Völkern dieser Regionen gewonnen, die seine Entschuldigung mit Gesten angenommen haben, die in einer Vielzahl von Fotos um die Welt gegangen sind. 

Franziskus war jedoch weit davon entfernt, den Wahrheitsgehalt all der Geschichten anzuerkennen, die in den letzten Jahren über die Internatsschulen ans Licht gekommen sind, insbesondere die Vorstellung, dass es einen echten Völkermord gegeben hat. Die Zwischentöne sind sehr wichtig, aber vielleicht wurde in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt, der Papst habe mehr zugegeben, als er tatsächlich gesagt hat. 

Ich glaube, dass die wirklich bescheidene und zugängliche Art, die Franziskus gezeigt hat, das Bild ist, das mir von dieser Reise am meisten in Erinnerung geblieben ist, aber es ist wichtig, nicht alle Nuancen seiner Worte zu verlieren. Im Gegensatz zu dem, was große Regierungen und Unternehmen heutzutage tun, wenn sie Fehler machen, setzt sich die Kirche nicht nur für die Entschädigung der Opfer ein. Außerdem hat sie sich bei zahlreichen Gelegenheiten öffentlich entschuldigt, und ihre höchsten Vertreter - man denke an Franziskus oder Benedikt XVI. 

Meiner Meinung nach ist dies der richtige Weg, aber er sollte uns nicht zu der Annahme verleiten, dass es in der Kirche Korruption und Sünde gibt. Wäre das der Fall, hätte sie schon längst aufgehört zu existieren, denn keine Institution kann lange überleben, wenn sie vor allem Schlechtes beherbergt. Der Erfolg von Elvira Rocas großartigem Werk zur Popularisierung der Geschichte, "Imperiofobia", und andere Bücher dieser Art heben die positiven Aspekte des sozialen Beitrags der Kirche hervor, der zweifelsohne sehr groß ist. Darüber hinaus ist diese korrupte Wahrnehmung der Kirche weit davon entfernt, die Norm im täglichen Leben der meisten Katholiken zu sein, wenn sie in ihre Pfarreien gehen und mit ihren Priestern zu tun haben. 

Abschließend denke ich, dass wir in aller Bescheidenheit stolz darauf sein sollten, wie die Kirche ihre Fehler eingesteht und behebt, während wir gleichzeitig feststellen, dass das meiste, was sie tut, sehr positiv ist. Außerdem lebt und fordert die heutige Gesellschaft christliche Ideale, ohne sich dessen bewusst zu sein.

El milagro de la nieve

El «milagro de la nieve» que hoy recuerda Santa María la Mayor

Teresa Aguado Peña

Papst Mariä Himmelfahrt Jungfrau Castelgandolfo

Der Papst besingt in Mariä Himmelfahrt die Liebe und die Reinheit der Seele.

Redaktion Omnes

Eclipse

María, el eclipse y la ceguera de amor

Antonio Moreno

Merydemaría

MerydeMaria, joyas católicas de una joven emprendedora: «La Virgen María es la protagonista absoluta»

Teresa Aguado Peña

Coronación de la Virgen

El día que el Cielo se quedó sin aliento

Paloma López Campos

Sommer

Was New Yorks bestes Restaurant Ihnen über mehr Lebensfreude im Sommer beibringen kann

Javier García Herrería

director espiritual

“Lo máximo que hace el director espiritual es sugerir, cuestionar, pero quien decide es el dirigido”

Javier García Herrería

arellano torreciudad

Mons. Alejandro Arellano presidirá la Jornada de la Familia en Torreciudad a la espera de su resolución vaticana

Javier García Herrería

Opferrolle

La trampa del victimismo: ¿por qué el creyente se siente más perseguido de lo que lo está?

Javier García Herrería

mandamientos Jesucristo

«Los Mandamientos de Jesucristo», una pequeña joya espiritual

Javier García Herrería